Zwei Stunden lang darf gelacht werden

von Redaktion

Die Couplet AG begeistert im Mühldorfer Stadtsaal – Bianca Bachmann mit einem Heimspiel

Mühldorf – Einen gut besuchten Mühldorfer Stadtsaal fanden die vier von der Couplet AG vor, als sie in Mühldorf auftraten. Die vier, das sind Bianca Bachmann, Jürgen Kirner, Bernhard Gruber und Berni Filser. Letztere beiden sind für den musikalischen Teil zuständig, sie begleiten die beiden Hauptakteure, meist auf ihrer Gitarre, aber auch auf der Mundharmonika.

Jürgen Kirner stellte das Programm vor, es hieß „Das Beste aus 25 Jahren“. Manche Ehen hielten nicht so lange oder 25 Jahre seien die gefühlte Regierungszeit von Angela Merkel, so der Kopf der Couplet AG. Im Hinblick auf die derzeit schlechten Umfragewerte der Partei versprach er der anwesenden Bürgermeisterin Marianne Zollner einen SPD-freien Abend, was die vier – bis auf eine Ausnahme – auch einhielten.

In 25 Jahren entstehen Klassiker, es durften „Mir san alle vom selben Viertel“ nicht fehlen, die Kinder stammen demzufolge vom Bofrost-Mann, genauso wenig wie die Latte-Macchiato-Mütter, die im Supermarkt mit ihren Kinderwägen alles versperrten und im Hirn nur Milchschaum hätten.

Bianca Bachmann, zusammen mit Jürgen Kirner für Gesang und Sketche zuständig, empfahl den anwesenden Damen „Nehmens an Oiden!“, damit hätten sie weniger Probleme. Bei den einzelnen Strophen zeigte sie Bilder von Gerhard Schröder, Sigmar Gabriel, Edmund Stoiber und Horst Seehofer. Die zwei Politiker waren die einzige Ausnahme an diesem SPD-freien Abend.

Bachmann kann

auch russisch

Dass Bachmann auch russisch beherrscht, stellt sie als verruchte „Olga von der Wolga“ unter Beweis. Sie könne Stimmen für sämtliche Wahlen besorgen – versicherte sie glaubhaft mit russischem Akzent.

Laut Jürgen Kirner heißt sie allerdings nun Ibiza-Olga sie habe kürzlich den österreichischen FPÖ-Vorsitzenden Strache auf Ibiza gelinkt.

Kirner schlüpfte im nächsten Couplet in die Rolle des Inkasso-Rasso, wobei er die osteuropäische Kriminalität auf die Schippe nahm. Auch das Chinesische ist Bianca Bachmann nicht fern, eine wichtige Sprache, wenn in die Metropolregion Mühldorf bald Touristen aus dem Fernen Osten strömen. Ein besonderer Lacher war „Ein Glaserl Eigenurin“, hier wurde die heilsame Wirkung der Körperflüssigkeit dem Publikum nähergebracht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, Bachmann und Kirner gingen in den Saal und tupften sie ausgewählten Zuschauern auf das Ohrläppchen – mit Apfelsaft.

„Stündlich einen Zuckerjoint, und der Tag der ist dein Freund“. Unter diesem Motto ging es nach der Pause weiter, um die Omnipräsenz von Zucker anzuprangern: „Dick ist schick“ und „Fett ist nett“, so laute laut der Couplet AG der Wahlspruch des Zuckerdealers Al Danone. Auch die Ärzte kamen nicht ungeschoren davon. „Den müss ma operieren, auch bei Schnupf’n dürf ma nichts riskieren“, so skizzierten Kirner und Bachmann das Ärzteehepaar Bruckmaier, das seine Klinik neu strukturieren und die Abteilungen optimieren muss, um das Chalet in der Schweiz abzubezahlen. Nach diesem obskuren Paar gebe es keine Gesunden, nur unzureichend Untersuchte.

Die Volksmusikbranche wurde ebenfalls durch den Kakao gezogen, Bianca Bachmann parodierte als Jaqueline Chanel diese Art der Musik, sie sang über das kleine Hündchen Daisy, das in steiler Dolomitennacht auf seinen Knochen wartet.

Der Bayerische Ministerpräsident bekam sein Fett mit „A Zapferl Söder rektal“ ab, mit selbigem seien alle Probleme zu lösen.

Und dann verriet Bianca Bachmann auch noch ein Geheimnis: „Ich vibrier` vom Kopf bis zum Zeh, wenn ich einen Mann mit Bierbauch seh. Mich zieht es zum Stüberl hin, da sitzens alle drin.“ Sie fand aber auch Opfer unter den Zuschauern.

Zum Finale gab es das Couplet „Wir wollen keine Riester-Rente, wir wollen Riesters Rente.“ Den Abend rundeten Zugaben ab: „Ein Besuch im Tröpferlbad“ blickte auf die Zeit zurück, als am Samstagnachmittag noch die Straße gekehrt, das Auto gewaschen und in die Badewanne gestiegen wurde. In „Mir is alles oans, ob i a Geld hob oder koans“ stellte man fest, dass die Reichen sich mehr leisten können als die Armen (welche Erkenntnis!), der Abend endete mit „O wie herrlich ist das Leben“ und reichlich verdientem Applaus für eine gelungene Vorstellung.

Eins ist sicher: Die Couplet AG wird bald wieder zu sehen sein. Man kann sie jetzt zum Beispiel 16 Tage auf der „Oid’n Wiesn“ in München genießen.

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