Bis der Saal kocht

von Redaktion

Grandiose Landkreispremiere mit Cubaboarische Tradicional in Mettenheim

Mettenheim – Es gibt sie wieder, die urigen „buenos músicos“ aus Oberbayern, die wie sonst keiner in der Lage sind, heiße kubanisch-lateinamerikanische Rhythmen mit bodenständiger Volksmusik zu verbinden. Nach der großen Abschiedstournee „Servus & Adios“ der Cubaboarischen im letzten Jahr zog sich Gründervater und Chef Hubert Meixner ins Privatleben zurück. „Adios“ sagte auch sein Sohn Leonhard und machte sich auf seine eigene musikalische Kubareise.

Der harte Kern der Truppe, Andreas Meixner, Michael Mayer, Hans Förg, Sepp Rottmayr und Markus Wallner, präsentierte sich in Mettenheim in alt bewährter, gleichzeitig aber reformierter Form als „Cubaboarische Tradicional“. Zusammen mit den Neuzugängen Hans Leiter und Omar Belmonte zeigten sie, dass sie noch lange nicht müde sind, diesen einmaligen Stilmix aus Salsa, Landler und Son weiterzuführen.

Einfach fantastisch, wie es ihnen schon beim ersten Lied gelang, das Gefühl, in beiden unterschiedlichen Kulturen beheimatet zu sein, auf die Zuhörer zu übertragen. Voller Leidenschaft, stets aber bayerisch kommod, katapultierten sie ihr Publikum direkt auf die Zuckerinsel und liefen zur Höchstform auf, wenn sie sich an ihren Instrumenten – Klarinette, Saxofon, Trompete, Tuba, Gitarre, Tres Cubano, Akkordeon, Kontrabass und Percussion – imposante „Battles“ lieferten.

Das Titellied „Cubaboarisch Tradicional“ von „Tresero“ Sepp Rottmayr steht im ständigen Wechsel von bairischem und spanischem Text, genauso wie „Estoy como nunca“ oder „A Baracoa me voy“, ein kubanischer Schlager, welchen die Truppe gekonnt mit bayerischen Liedern wie „Die Gamserl schwarz und braun“ oder „Der Weg zu mein Dirndl“ verknüpfte: Rhythmisch betrachtet ein abenteuerliches Unterfangen, das niemand so beherrscht wie dieses Septett. Doch dafür sind sie bekannt, das ist kultig und macht Lust auf mehr.

„Un, dos, tres“ – schon ging es weiter und der Saal wippte und klatschte nicht nur bei „Hasta Siempre Jennerwein“, einem Gassenhauer der einstigen Cubaboarischen, der die schicksalshaften Parallelen der beiden Volkshelden Jennerwein und Che Guevara beschreibt. Beste Stimmung auch bei „La Locomotora“, welches in das schmissige Gstanzl „Eisenbahn, nimm mich mit“ überging. Oder bei „Yu ya la negra linda“, das über „Bergvagabunden“ schließlich im „Hiatamadl“ mündete.

Highlight des Abends war die vertonte Geschichte vom „Haberfeldtreiben“, in der sich Hans Förg in seiner komischen Rolle als „Haberfeldmeister“ beinahe selbst übertraf. Aber auch die anderen „Haberer“ heizten dermaßen ein, dass bis zum berühmten „Rehragout Mansiero“ alles tanzte. Schunkelnd und mit den Hüften kreisend ging es ins Finale, welches bis zum letzten Ton mit stehenden Ovationen begleitet wurde. Zwei lautstark geforderte Zugaben beendeten dieses rundum begeisternde, grandiose Konzert.

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