Unvergesslich mit Fagott und Flöte

von Redaktion

Ehepaar Bäz und Melanie Bähr zum zweiten Mal beim Kammerkonzert in Töging

Töging – Den Anfang machte im Carl-Orff-Saal die Sonate in G-Dur von Camille Saint-Saens für Fagott und Klavier. Der Solofagottist Daniel Bäz zauberte auf dem schwer zu blasenden Holzinstrument in tiefen Tönen Stimmungen in den Saal, die zum Träumen verleiteten. In hoher Geschwindigkeit kamen die Läufe und Intervalle im Allegretto des ersten Satzes oder im Scherzando, dass im Wechsel mit Melanie Bähr am Piano tatsächlich ein Schmunzeln auf Gesichter im Saale auslöste. Und bei den langsameren Teilen staunte man über die Tiefe der Töne, die aus diesem Instrument erklangen. Immer stimmungsvoll begleitet vom Flügel.

Flötistin Kathrin Bäz-Lösch brachte dann mit ihrer Flöte genau Töne aus höchster Höhe zu Gehör. Franzl Schuberts Sonate „Arpeggione“, für ebendieses Instrument komponiert, blies die Künstlerin auf ihrer Flöte. Das Apreggione, eine Wiener Erfindung aus Gitarre und Geige, gibt es kaum. Waren es zuvor die tiefen Töne des Fagotts, die bewundert wurden, so waren es jetzt die schnellen Läufer und Triller in den höchsten Tönen des Blechinstrumentes, die die Flötistin des Innsbrucker Symphonieorchesters ihrem Instrument entlockte.

Der brasilianische Komponist Heitor Villa-Lobos war ein Bewunderer der Werke Bachs, aber er war auch inspiriert von den Straßenmusikanten in Rio de Janeiro, als er „Bachianas Brasileiras Nr. 6 für Fagott und Flöte“ komponierte. Gegensätzlichere Stile könnten Musikstücke nicht gleichzeitig darstellen, möchte man meinen. Doch die beiden Vortragenden bewiesen es mit ihren Instrumenten. Sie spielten in ihren Tonbereichen völlig unterschiedliche Themen und Rhythmen. Während die Flöte die Stimmung einer belebten Großstadtstraße in Sambarhythmen darstellte, vertrat das Fagott die ruhigere Musik der Europäer. Melanie Bär am Flügel unterstützte die Solisten entsprechend rhythmisch und melodiös.

Nach der Pause das Kontrastprogramm: In Felix Mendelssohn-Bartholdys Trio für Flöte, Fagott und Klavier spielten die Instrumente harmonisch und sich ergänzend zusammen. Sie spielten einheitliche Themen, parallel und fortführend. Es kam dabei immer eine Spannung auf, wenn das Thema vom tiefen Fagott weg in die höchsten Töne der Flöte „wanderte“, wobei ebenfalls am Flügel gefühlvoll vermittelt und auch übernommen wurde. Das Publikum war begeistert und entließ die Künstler erst nach einer Zugabe.

Gedenken an Peter Vornehm

Organisator Albert Kasbeck und Tögings Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst gedachten in einem Nachruf und in einer Schweigeminute des kürzlich verstorbenen Mitorganisators Peter Vornehm. Die Konzertreihe werde weitergeführt, versprach Albert Kasbeck.

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