Alter Meister und Neuentdeckungen

von Redaktion

Orchestergemeinschaft Waldkraiburg mit Vivaldi und unbekannten Kompositionen

Waldkraiburg – Es hat schon lange Tradition: das Jahreskonzert der Orchestergemeinschaft Waldkraiburg, das heuer bereits zum 67. Mal stattfand. Diesmal gestaltete das Orchester unter Leitung von Ferenc Szelim Bene das Konzert im gut gefüllten großen Saal des Hauses der Kultur gemeinsam mit dem Kammermusikensemble Pfarrkirchen und überraschte mit einem ganz unbekannten Werk von Frigyes Hidas.

Sein Stück für acht Bläser und Kontrabass ist – so wagt es Bene zu behaupten – eine Uraufführung. Der ungarische Komponist starb im Jahr 2007. Das Stück ist melodisch bis dramatisch. Gleich einem Echo wiederholen sich die Instrumente gegenseitig. Die beiden Fagotte spielten oftmals recht leise.

Stück für acht Bläser:
eine Uraufführung

„Es war nicht einfach an das Notenmaterial zu kommen“, leitete der Dirigent das zweite Stück des Abends ein. Der zu Mozarts Zeiten lebende Komponist Joseph Martin Kraus stammte aus dem Odenwald. Später arbeitete er für das schwedische Königshaus. In Deutschland ist Kraus fast vergessen, sodass die Noten für das Konzert von einem Verlag in Hongkong bestellt werden mussten. Zu unrecht jedoch geriet der Komponist in Vergessenheit: Hüpfend, fröhlich, derweil vornehm und tragend gelangen die Töne an das Publikum. Nahezu zwitschernd spielt eine Querflöte ihr Solo. Zaghaft sind die Streicher an diesem Abend. Im Zusammenspiel mit dem Orchester sind sie kräftiger. Solch eine Zurückhaltung braucht es jedoch gar nicht. Das hauptsächlich aus Laien bestehende Ensemble spielt recht gut. Das zeigt sich besonders beim Highlight des Abends: den „vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Sie überragen diesen Abend und laden zum Träumen von Italiens Wetter und Kultur ein.

Zahlreiche Erklärungen führten zurück in die Epoche Vivaldis, sein Leben und die Entstehung der Komposition, die stets vom Künstler überarbeitet wurde. Mit der Melodie erscheinen die Liedtexte auf einer Leinwand. Interessant für Gäste, die mit klassischer Musik nicht so sehr vertraut sind: Wind und Sturm, Schäfer auf der Weide und Trinkgelage hat Vivaldi mit seinen Melodien beschrieben.

Zu diesem Stück für Streicher passt das Zaghafte der Musiker. Erste Geigerin Beatrix Bene-Godány wird hier zur Solistin, begleitet von einem Streichorchester. Bei der Zugabe interpretiert Violinistin Bene-Godány sehr frei den Winter – mit zahlreichen Verzierungen. Schade, dass sie es nicht schon früher getan hat.

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