Waldkraiburg – Wie wertvoll ist Kunst? Diese Frage gab Gabriele Röpke, Vorsitzende des Kunstvereins Inn-Salzach, den zahlreichen Besuchern der Vernissage zur Jahresausstellung 2019 an die Hand. Rund 33 Künstler, neu hinzugestoßene wie altbekannte, stellen in der Studiogalerie des Haus der Kultur ihre Highlight-Werke des vergangenen Jahres aus.
Die Vernissage war mit mehr als 100 Gästen eine schöne Wertschätzung des Werkes der lokalen Kunstschaffenden. Viele von ihnen sind Laien, aber längst nicht alle. Auch die Arbeiten akademisch ausgebildeter Künstler aus der Region können in der Jahresausstellung angesehen und gekauft werden. „Was bestimmt den Wert eines Kunstwerks, ist denn alles nur die Spekulation im Kunstmarkt?“ fragte Gabriele Röpke in ihrer Begrüßung und schloss gleich die Überlegung an, ob nur akademische Künstler „wertvolle“ oder überhaupt Kunst machen könnten oder ob das nicht auch jedem Autodidakten gelingen könne. „Kunst lässt uns Dinge neu entdecken, sie gibt Inspiration, bietet Faszination und Begeisterung. Nur Sie allein können deren Wert bestimmen, den einzigen, auf den es ankommt: den ideellen“, sagte Röpke und stellte die 33 Künstler vor, die in diesem Jahr 48 Bilder und eine Skulptur ausstellen. Faszinierende Kunstwerke sind dabei, die die Fantasie anregen, die mit ihrer guten Technik Bewunderung hervorrufen, die „einfach“ schön sind und die die Wirklichkeit um uns herum einfangen – jedes einzigartig und auf seine Weise „kunstvoll“. Von naturalistischen Porträts über abstrakte Form- und Farblandschaften bis hin zum räumlichen Spiel mit Materialien und Stoffen finden sich in der Ausstellung viele Arten von Kunst, ob nun von Autodidakten oder Profis geschaffen.
Kunst für jeden
Geschmack
Auch preislich wird vom Einsteiger bis zum Kunstsammler jeder fündig, denn die Bandbreite ist groß. Altbekannte sind bereits die Gründungsmitglieder des Vereins, Monika Roßmeier, Werner Pink, Irmi Seidl und Christel Stenglin. Der jüngste Neuzugang ist die akademische Künstlerin Maria Braune, die als Holzbildhauerin und diplomierte freie Künstlerin arbeitet.
Denn natürlich, schloss die Vorsitzende, könnten auch Laien und Autodidakten Kunst machen, genauso wie es studierte Künstler gibt, die das nicht können. Die Besucher quittierten den Satz mit zustimmendem Applaus.
Karin Bressel, Kulturreferentin der Stadt Waldkraiburg, freute sich über den „schönen, auffälligen, inspirierenden Jahresabschluss“, den die Künstler hier ausstellten. Sie würdigte auch, dass der Kunstverein es unter die besten fünf des erstmalig zu vergebenden Kultur- und Kreativpreises des Landkreises geschafft habe, dessen Verleihung diese Woche stattfindet.
Die Jahresausstellung ist noch bis 11. Januar 2020 in der Studiogalerie des Haus der Kultur in Waldkraiburg zu sehen.