Weltumspannendes Bass-Konzert im Internet

von Redaktion

Mühldorfer Claus Freudenstein hat Kollegen zu virtuellem Auftritt bewegt

Mühldorf – Es ist eine Weltband, die der Mühldorfer Bassist und Basslehrer Claus Freudenstein zusammengetrommelt hat. Aus China und Frankreich, Griechenland und Brasilien, Australien und Mühldorf stammen die Musiker, die mit ihren Kontrabässen Michel Jacksons „Heal the world“ – „Heile die Welt“ – eingespielt haben.

Natürlich nicht in einem Studio oder auf einer Bühne, sondern als Video. Jeder bei sich zu Hause. Die Idee dazu hatte der Mühldorfer Freudenstein, der durch seine Arbeit schon lange mit Bassisten in aller Welt verbunden ist.

Ihm fielen Kollegen ein, die unter der Ausgangssperre noch weit mehr leiden, als die Menschen in Deutschland, erzählt er. In Griechenland dürfe das Haus nur mit Genehmigung der Polizei verlassen werden, in Brasilien kontrollierten Gangs die Ausgangssperren, in Frankreich brauche es eine schriftliche Erlaubnis. Zeit für eine Ermutigung: „Da wollte ich Zuspruch und ein Gemeinschaftsempfinden bringen.“ Das zeigt sich in einer eingeblendeten kleinen Botschaft: „Im Leben ist es wie in der Musik – es geht nur miteinander.“

So haben Prof. DaXun Zhang (China), Prof. Božo Paradžik (Kroatien/ Schweiz), Lorraine Campet (Frankreich), Vassilis Papavassiliou, Solobassist der Oper in Athen (Griechenland), Prof. Fausto Borem (Brasilien), Andrés Martin (Mexiko/Argentinien), Phoebe Alviz Russell, Solobassistin des Queensland Symphony Orchestra (Australien), Hagai Bilitzky (Israel), Estrella Miressa Gradis Santos, Kontrabassstudentin in Honduras, und die beiden Freudenstein-Schüler Korbinian Brustgi (Mühldorf) und Ianto Hien (Burghausen) ihre Bässe ausgepackt und losgespielt.

Das Arrangement für zehn Kontrabässe, Stimmen und Percussion stammt von Freudenstein, der die Noten an die anderen geschickt hat. „Die Herausforderung dabei ist es, einen Song der für eine vielteilig besetzte Rockband mit Chor und Gesang komponiert wurde, nur mit Kontrabässen adäquat zum Klingen zu bringen“, sagt der Mühldorfer Lehrer. Die Musiker aus zehn Ländern antworteten mit Aufnahmen ihres Teils. „Dabei waren die technischen Voraussetzungen sehr unterschiedlich“, sagt Freudenstein. Die meisten hätten zu Hause nur ein Smartphone. „Andere haben auch ein kleines Heimstudio mit Kamera.“

Eine Gage gab es für keinen der Musiker, dafür einen Youtube-Link, über den sich das Video verbreitet. Zu sehen ist es unter https://youtu.be/ zxJJ8QENd3c.

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