Neumarkt-St. Veit – Eigentlich wollten die Hot Maronis im Schlossgarten zu Adlstein ihre Serenade vortragen. Doch wegen der unsicheren Witterung dieses kühlen Sommeranfangs zogen sie den Saal im Kulturbahnhof vor. Und was Rainer Hirsch, der Lehrer der Künste aus dem Nachbarmarkt Massing, mit seinen Musikern eingeübt hatte, war Big-Band-Sound vom Feinsten.
Schon bei den ersten Tönen des St. Louis Blues schlugen die Herzen der Besucher höher. Und weiter ging es dann mit vielen Stilrichtungen. Da erklangen Rock und Slowrock, Swing und Funky, Latin Jazz und auch Popsongs. Alles hatte der begeisterte und begeisternde Musikpädagoge mit seinen lokalen Laienmusikern gelernt und geprobt. Und man sah es seinen Schützlingen an, mit welcher Freude sie mit ihm jazzten. Er selbst dirigierte, fast unmerklich, erklärte dem Publikum die Themen der Stücke und selbst spielte er auf der Trompete begleitend und gar solistisch mit.
Überhaupt erklangen aus dieser 15-köpfigen Band immer wieder Solopartien. Die konnten von den Gruppen tiefes oder hohes Blech sein, oder auch die Holzbläser, allesamt Saxofone, glänzten durch Vorträge. Hier gab es hervorragende Könner, auch von den vier Zugposaunen oder vier Trompeten traten immer wieder einzelne Solisten hervor. Das galt natürlich auch für den Drummer, der gerade bei den oft schwierigen Harmonien und auch Rhythmen des Südamerikajazz allen eine wichtige und mitreißende Stütze war. Er und der E-Bassist als Rhythmusinstrumente glänzten schon durchgehend im Sound und zeigten auch ihre herausragenden Soloparts.
Als ein unbedingtes Sahnehäubchen erwies sich das Fehlen einer Stereoanlage. Alle Instrumente, auch die Gitarre, erklangen „netto“, und waren doch im hintersten Winkel des Saals original zu hören. Ein Leckerbissen für Kenner.
Zweimal eine Dreiviertelstunde dauerte das Abendständchen am Samstag. Die Besucher spendeten stehenden Applaus, für den die Band mit Zugaben dankte. karlheinz jaensch