Über den Zusammenhang zwischen Leggings und Weißwürsten

von Redaktion

Mit „Lindners Lebenslust“ präsentiert Kabarettistin Constanze Lindner eine lustige und kraftvolle One-Woman-Show

Mettenheim – Constanze „Stanzerl“ Lindner ist eine Wunderwaffe gegen schlechte Laune. Man muss sie einmal live erlebt haben, denn wo das zwar kleine, aber umso quirligere, bayerische Energiebündel die Bühnen betritt, versprüht sie pure Lebensfreude und versetzt die Zuschauer in einen regelrechten Lachrausch. Genauso im Kulturhof Mettenheim, in dem sie unlängst vor einem begeisterten Publikum gastierte.

Kaum auf der Bühne, stürmt sie in den Zuschauerraum und begrüßt jeden einzelnen Zuschauer mit einem Busserl. Das Publikum quietscht und merkt jetzt schon, was „Lindners Lebenslust“ bedeutet: Ein Abend mit einem Kraftwerk des Humors, das seine Mitmenschen mit einer ordentlichen Portion Herzenswärme und Leidenschaft erobert.

Die Bühne ist mit einem Tisch und einem Sessel für die Lesung ihres längst zum Bestseller gereiften Buches bestückt, doch zum Hinsetzen kommt sie kaum. Ihre Geschichten werden nicht einfach vorgelesen, sondern buchstäblich vorgelebt. Da wäre etwa die „TSTS – The Sad Towel Show“, eine Art „Handtuch-Tanz“, mit dem das „Stanzerl“ in der Jugend beim Schwimmen ihre Problemzonen zu verstecken versuchte, oder auch die „Scherereien“ mit einer viel zu engen Hose, die nur durch den lebensrettenden Eingriff der Schwestern überlebt werden konnten.

Es geht um mangelnden Selbstwert, niederträchtige Schlankmacher-Spiegel in Umkleidekabinen, Diäten, Barbie und Ken und die Erkenntnis, dass Leggings und Weißwürste eines gemeinsam haben: „Wenn der Inhalt zu heiß ist, platzen sie“. Dabei wäre alles so einfach. Man müsse nur den Schalter umlegen: „Tragt eure Bäuche mit Würde und Anstand vor euch her, denn da ist alles drin, was euch schmeckt“, fordert sie und hält im Anschluss ein Plädoyer für die Stützstrumpfhose.

Lindner braucht keine „Hardcore-Entspannung“, um mal runterzukommen. Frust und schlechte Laune bekämpft die Powerfrau mit Selbstironie und der „Drei-Sch-Regel: Schokolade, Schuhe, Shoppen und – mit Liebe: „Umarmt euch, zeugt Kinder, habt euch lieb!“, fleht sie inständig. Demzufolge bekommt ein Zuschauerpärchen, das an diesem Abend mit der längsten Beziehung aufwarten kann, vom „Stanzerl“ eigenhändig zwei Gläser Sekt serviert. Dafür stürmt sie zweimal durch den Saal und offenbart anschließend die turbulente Geschichte von einem One-Night-Stand aus früheren Zeiten. Fazit: „Männer kommen und gehen, die beste Freundin bleibt. Wenn du dir aber selbst die beste Freundin bist, dann kann dir überhaupt nichts mehr passieren.“

Inzwischen hat sie ihren Mr. Right gefunden. Unter dem Motto „Die Ehe ist toll, aber nicht ikeatauglich“, bugsiert sie ihr vom Lachen geschütteltes Publikum pointenreich ins Finale und verspricht am Ende unter stürmischem Beifall: „Ich komme wieder!“lmm

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