Mühldorf – Anfang der 1990er-Jahre schrieb er Welthits, spielte Soundtracks für Kinofilme und Serien. Nun besucht Curtis Stigers Mühldorf. Im Laufe der Jahre hat sich seine Musik verändert, vom Pop hat Stigers sie in Jazz verwandelt. 2022 erschien sein aktuelles Album „This Life“. Darauf covert er seine eigenen Songs, spielt sie jazziger, ruhiger, intimer. Die OVB-Heimatzeitungen haben den Sänger, Songwriter, Gitarristen und Saxofonisten vor seinem Auftritt in Mühldorf am 19. Juli interviewt.
Herr Stigers, Sie spielen am 19. Juli Songs Ihrer langjährigen Karriere als Sänger und Musiker, nun haben Sie sie neu interpretiert. Welche Songs werden Ihre Zuschauer in Mühldorf hören?
Ich habe im Laufe der Jahre 14 Alben aufgenommen, sodass ich eine große Auswahl habe. Meine Hits „I Wonder Why“ und „You’re All That Matters To Me“ werden wir spielen, mit Sicherheit auch „(What’s so Funny ’bout) Peace, Love and Understanding“, der Soundtrack zum Film „The Bodyguard“. Ich bin mir sicher, dass wir auch meinen Song „This Life“ spielen werden. Er ist der Titelsong der amerikanischen Fernsehserie „The Sons Of Anarchy“. Wir werden auch Songs von Tom Waits, Elvis Costello, John Lennon, Bob Dylan und anderen covern. Wir sind ein Jazz-Quartett, aber wir spielen Songs, welche die Zuschauer hoffentlich auf dem Heimweg vom Konzert immer noch singen werden.
Welches Ihrer Songs ist Ihr Lieblingslied?
Es ist sehr schwer, ein Lieblingslied auszuwählen. Wenn ich ein Lied singe, ist es, als würde ich einen Film sehen oder eine Kurzgeschichte lesen. Wenn ich singe, lasse ich mich komplett in die Geschichte des jeweiligen Liedes hineinziehen. In diesem Moment ist es das wichtigste Lied, das ich je gehört habe. Ich bin glücklich, dass ich diese Möglichkeit habe und mein Leben mit dem zu erfüllen, das ich so sehr liebe.
Wen bringen Sie in Ihrer Band mit?
Mein Schlagzeuger Paul Wells lebt in Brooklyn, New York, und wir arbeiten seit über einem Jahrzehnt zusammen. Cliff Schmitt spielt seit 2008 Akustikbass mit mir. Er zieht gerade von New Jersey, USA, nach Duisburg, um näher bei seiner Tochter zu leben. Unser neustes Mitglied ist der amerikanische Pianist Billy Test. Er lebt in Köln und spielt mit der WDR Big Band.
In einem Rhythmus von etwa zwei Jahren haben Sie ein neues Album herausgebracht. „This Life“ entstand 2022. Ist ein neues Album bereits in Arbeit?
Ja! Ich war in diesem Frühjahr im Studio, um ein neues Album aufzunehmen. Es ist eine Sammlung neuer Songs und einiger Coversongs. Sie klingen viel akustischer und sind nicht so sehr auf Jazz ausgerichtet. Ich reflektiere darin meine Zeit zu Hause während der Pandemie, als ich online eine wöchentliche Livestream- Show hatte. Dafür stand ich einfach vor einer Videokamera und einem Mikrofon in meiner Küche. Ich spielte Gitarre und sang, während meine Hunde um mich herumliefen.
Sie touren gerade durch Europa. Sie geben viele Konzerte in Deutschland, aber auch in England, Frankreich und Dänemark. Was ist anders an Ihren Konzerten hier im Vergleich zu denen in den USA?
Um ehrlich zu sein, spiele ich im Ausland viel mehr Konzerte als zu Hause in den USA. Ich spiele in Europa und Großbritannien vor einem viel größeren Publikum. Ich glaube, hier wird meine Musik auf eine viel persönlichere und gebildetere Weise geschätzt als bei den meisten meiner Shows zu Hause. Ich habe das Glück, eine so starke Karriere und eine so große Fangemeinde in so schönen Ländern zu haben. Es ist fast so, als würde ich in Deutschland Urlaub machen, und am Ende des Tages singe ich für ein dankbares und begeistertes Publikum, trinke fabelhaftes deutsches Bier. Und ich werde dafür bezahlt! Ich bin ein Glückspilz.
Vielen Dank für das Interview.
Ich freue mich auf das Konzert. Es wird mein erster Besuch in Mühldorf sein.
Interview: jessica von ahn