Waldkraiburg – Den Mond suchten die Besucher des Moonlight-Festivals kürzlich vergebens. Aufgrund der Wetterlage musste der Kabarettabend „Bewie Bauer – Ein Teenager wird 50“ nämlich in den Innenräumen im Haus der Kultur stattfinden. Der musikalische Bauer mit Bewegungsdrang tischte seine Vielseitigkeit auf und kokettierte ausschweifend mit seinem „hohen“ Alter.
„Bewie“ hört eigentlich auf den Namen Martin, doch so heißen halt auch andere Männer, da ist sein Künstlername „Bewie wie Bauer“ schon eine andere Kategorie. Darauf muss man erst mal kommen. Der 48-Jährige mit oberbayerischem Migrationshintergrund, wie er selber sagt, erzählte schmachtend von seinem Gitarrenwahn, will heißen, er besitzt nicht nur ein derartiges Musikinstrument, sondern derer viele.
Weil er seine Gitarren heiß und innig liebt, haben sie auch Namen wie Hartmut oder Brigitte. Bewie Bauer flippte auf der Bühne manchmal direkt aus. Und wenn er schnell sprach, war er leider schwer zu verstehen. In seiner Sturm- und Drangzeit lockte der Youngster mit wilden und sanften Gitarrenklängen reihenweise die Mädels an, wie er berichtete. Die Susi erlitt dabei regelrechte Hitzewallungen, sodass man sie zum Abkühlen glatt in eine Gefriertruhe hätte stecken können.
Der ewige Teenager Bewie versteht sich jedenfalls auf Parodien, auf Stand-up-Comedy und auf Musikkabarett. Manchmal ging dem gebürtigen Erdinger ein bisschen die Fantasie durch, trotzdem oder vielleicht gerade deswegen amüsierte sich das Publikum.
Der Bewie Bauer weckte bei seinem Bühnenprogramm sogar Kardinal Ratzinger und Franz-Josef Strauß wieder von den Toten auf. Speziell beim verstorbenen Ministerpräsidenten und der Bayernhymne brauchte es ein bisschen weiß-blauen Wind.
Aber woher soll der kommen? Da musste der Robert herhalten, also der Bürgermeister Robert Pötzsch. Höchstpersönlich erklomm dieser die Bühne und ließ mittels wedelndem Pappendeckel die Haarpracht des pfiffigen Kabarettisten in sämtliche Richtungen wehen. huc