Großartige Diven beiderlei Geschlechts

von Redaktion

Komödiantische Persiflage auf Sänger-Starallüren bringt Publikum zum Schmunzeln

Waldkraiburg – Meinte es der Wettergott sehr gut bei der ersten Moonlight-Show, so musste man am zweiten Abend in den Saal im Haus der Kultur ausweichen. Doch auch dort bot sich bei „Diven! Es kann nur eine geben“ zur Freude der Zuhörer eine furiose Bühnenschau mit aktionsreichen Auseinandersetzungen – manchmal sicher nicht weit von der Realität entfernt: Wer ist nun tatsächlich die Primadonna assoluta?

Am Anfang war
der Zickenkrieg

Vor einem überdimensionalen Bühnenbild mit Damenkopf entwickelte sich eine geschickt inszenierte komödiantische Persiflage auf Sänger-Starallüren: Einem schier verzweifelten Bariton steht nur die hilfsbereite Pianistin zur Seite, die empfiehlt: „Frag doch im Publikum nach, ob jemand Melodien aus dem ‚Weißen Rössl‘ kennt.“

Unerwartet eilt tatsächlich eine „Brigitte“ auf die Bühne, nach deren erstem Duett mit Philipp Gaiser „Es muss was Wunderbares sein“ aus der Kalmann-Operette man sofort merkt: Die ist vom Fach! Kein Wunder, ist es doch tatsächlich Mezzosopranistin Susanne Heinzmann. Und bei einem Rossini-Lied aus dem „Barbier von Sevilla“ singt sie ihn regelrecht an die Wand, setzt sogar noch eins drauf mit „Alles, was du kannst, kann ich viel besser“ aus dem Musical „Annie get your gun“. Doch ihre Überlegenheit hält nicht lange: Eine zweite, recht attraktive Diva im Glitzerkleid rauscht auf die Bühne mit „Seid mir gegrüßt“ aus Wagners Tannhäuser, dem sie mit ihrem saalfüllenden, ausdrucksstarken Sopran Robert Stolz‘ „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“ folgen lässt.

Sofort wirft sie auch der im Vergleich zu ihr etwas hausbacken wirkenden Brigitte an den Kopf: „Ich Künstlerin – du Dilettantin, ich Profi – du Laie!“ und der Diven-Zoff ist spätestens jetzt in vollem Gang.

Zwar versucht der verzweifelte Bariton auszugleichen: „Seid doch wieder gut.“ Doch die Star-Sopranistin fällt ihm nicht nur ins Wort, sondern singt ihm überzeugend entgegen „Der Schönheit weihe ich meine Liebe“ aus Puccinis „Tosca“. So resümiert er nur: „Ja, das Studium der Weiber ist schwer“, dem sie mit großer Geste entgegenhält: „Du bist ein Chauvi“, und Brigitte befiehlt, sich sofort galamäßig umzuziehen. Ihren Soloauftritt genießt die Diva dann zur Freude der begeisterten Zuhörer mit Lehars „Meine Lippen, die küssen so heiß“, während Brigitte in attraktiver roter Robe wieder erscheint.

Eine leichte Wandlung zwischen den beiden Damen deutet sich an beim Lied „Komm Zigan“ aus der „Gräfin Mariza“, was beim nächsten Lied schon zur eindeutigen Annäherung wird. Sie bekräftigen sogar diesen Wandel mit „Mir ist so sonderbar, ich bin nicht mehr allein“, dem Brigitte nur zustimmen kann: „Sie ist nicht mehr gemein!“ Und Händchen haltend genießen Star-Sopranistin Isabel Blechschmidt und Partnerin Susanne Heinzmann den Applaus des Publikums.

Großer Applaus
nach dem letzten Ton

Dem kann Bariton Philipp Gaiser nur zustimmen: ‚Ach wie so trügerisch sind Frauenherzen“, von dem er jedoch nur eine Strophe singen darf…

Der lange Schlussapplaus galt vor allem auch der großartigen Olena Vasylenko, die den gesamten Abend hindurch sehr einfühlsam am Klavier begleitet hatte: Das 3D, also mit Olena drei Diven, wie sie es selber nannten, stand damit absolut im Mittelpunkt.

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