Da passt keine Schublade

von Redaktion

Claudia Koreck wandert singend durch das Jahr und das Leben

Mühldorf – Gefühlvoll, kraftvoll, unbeschwert. So erlebten die Besucher im überdachten Innenhof des Haberkasten die Traunsteiner Singer-Songwriterin Claudia Koreck. Wie verändern sich Stimmungen, Umgebung, Landschaft und die eigene Wahrnehmung im Lauf eines Jahres? Dieser Frage ist die Sängerin nachgegangen, hat bei Spaziergängen in der Natur in sich hineingespürt und jedem Monat ein Lied gewidmet. Herausgekommen ist ein musikalischer Kalender mit zwölf ganz unterschiedlichen Songs, bei denen Claudia Koreck die ganze Bandbreite ihrer Stimme einsetzen konnte; und damit die Besucher begeisterte.

Fester Teil der bayerischen Szene

„Des war tausend Mal besser als des Original“, lautete das Urteil eines Besuchers, als Claudia Koreck das Lied „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ von Nena anstimmte, das die Traunsteinerin für die Serie „Der Bergdoktor“ coverte. Neben den zwölf Songs aus ihrem neuen Album „Kalender“ ließ sie auch Lieder einfließen, die jeder von ihr kennt. Da durfte natürlich auch „Fliegn“ nicht fehlen, jenes Lied, mit dem 2007 ihr Erfolg begann.

Da war sie 21. Heute ist die 38-Jährige aus der bayerischen Musikszene nicht mehr wegzudenken. In einem Spektrum, das von gefühlvollem Soul über Pop und Rock bis hin zu Jazz, Blues und sogar Reggae reicht, findet sie ihre künstlerische Heimat. Diese breite Palette von Stilen ermöglicht es ihr, sich kreativ auszudrücken und ihre Botschaften auf vielfältige Weise zu übermitteln.

So war auch jedes der Monatslieder ein bisschen anders. Da meinte man im Januar, den Schneefall zu hören, vor dem Februarlied erzählte die sympathische Künstlerin, was den Song mit Fasching und dem Valentinstag verbindet. Im Fasching haben sich ihre Eltern kennengelernt, verriet sie, nicht ohne den Papa, der im Publikum saß und den Merchandisingstand betreute, vorher um Erlaubnis zu fragen. Nach dem Lied, bei dem sie sichtlich mit dem Keyboarder flirtete, fragte sie das Publikum, ob man es gemerkt habe. „Des is mein Mann, da Gunnar, da derf i des“.

Claudia Koreck sagte einmal in einem Interview, dass ihre Songs auch irgendwie ein Versuch seien, mit all den Herausforderungen, die das Leben einem stellt, umzugehen. Und das spürte man in ihren Liedern. Zudem erzählte sie vor den Liedern, wie sie zustande gekommen sind, was sie dabei bewegt hat. Und das macht Claudia Koreck und ihre Band so authentisch, jeder findet sich und seine Emotionen in mindestens einem Lied wieder.

So widmete die Traunsteiner Sängerin das Lied des Oktobers beispielsweise ihrer Oma. Die habe sie zur Musik gebracht, sie immer unterstützt und immer gespart, um mit ihren beiden Enkelkindern „einmal nach New York zu fahren“, um dort den Indian Summer zu erleben. Allerdings ist sie vorher gestorben und entsprechend melancholisch fiel das Oktober-Lied aus, das Claudia Koreck im Stile einer Joan Baez präsentierte. Auch beim August-Lied greift sie ein ernstes Thema auf. Sie fragt sich, wie wir die Erde einmal hinterlassen und verrät den Zuhörern, dass sie „schon viele Wünsche nach oben geschickt hat“.

Dabei präsentiert sie die Lieder nicht nur in Bayerisch, sondern auch in Englisch und Hochdeutsch, gerade so, wie für sie der Text am besten passt. Claudia Koreck möchte sich nicht in eine bestimmte Schublade stecken lassen; und ihr Publikum dankt es ihr.

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