Für „Woodstock auf dem Bauernhof“ ist man niemals zu alt

von Redaktion

„Rock im Moos“ begeistert mit starkem Programm und guter Stimmung

Tüßling – Zum achten Mal wurde ein Vierseithof in Tüßling zumindest zum „regionalen Bauchnabel“ der Musikwelt. Vor allem, wenn diese Welt unüberhörbar ist mit Rock ’n’ Roll in der entsprechenden Lautstärke: Harte Beats und richtig gute Stimmung waren seit jeher das Kennzeichen des Festivals „Rock im Moos“ und auch die achte Auflage stand da den sieben Festivals zuvor in nichts nach.

„Rock im Moos“, das hat sich aber in diesen Jahren bereits zu einer Art von „Gesamtkunstwerk“ entwickelt. Der lauschige Innenhof mit seiner teils skurrilen Dekoration wird, je später der Abend, ein immer schöneres Ambiente für die Veranstaltung. Man kennt sich, die Wiedersehensfreude war groß. Veranstaltungsleiter Matthias Gallas ließ es sich nicht nehmen, fast jeden der Besucher trotz der hohen Anzahl mit Umarmung oder zumindest mit Handschlag herzlich zu begrüßen.

Vertreten waren einmal mehr alle Generationen, ganze Familien mit kleinen Kindern, Rentner, die übrigens einmal mehr zu denjenigen gehörten, die am längsten durchhielten und auch nach Mitternacht noch tanzend vor der Bühne standen. Alle zusammen feierten ihr „Woodstock auf dem Bauernhof“ in allerbester Laune.

Viel Applaus für Nachwuchsband

Ein glückliches Händchen hatte Matthias Gallas bei der Auswahl der Bands. Das zeigte sich schon am Nachmittag, als die „Rockin´ Teens“ auf die Bühne kamen: Teenager aus Mühldorf und Waldkraiburg bilden diese Band, die gleich frisch aufspielte mit Hits aus den 70er- und 80er-Jahren. Und selbst erwachsene Männer von sichtbar über 60 Jahren konnten den Text noch auswendig und sangen kräftig mit. Vor allem gab es für die „Rockin´ Teens“ richtig viel Applaus. Weiter ging es Schlag auf Schlag: Die „Blues Uncles“, bestehend aus Martin Spitzer aus Trostberg und Matthias Gallas selbst, boten den Blues von den Ufern des Mississippi, passend zu den sommerlichen Temperaturen, dann kamen die „Kikis“, ein talentiertes weibliches Rockduo, das sich bekannte Hits der 80er-Jahre-Rockgrößen vornahm und neu interpretierte in einem rotzig frechen, aber deshalb auch hörenswerten Stil.

„Tscheky & The Blues Kings“ waren dazu das Gegenstück. Man kennt die coole Truppe mittlerweile von Auftritten in ganz Bayern. Ihre Stimmen, ihre Songs und ihr Auftritt lassen Erinnerungen wach werden an durchgetanzte Sommernächte am Strand oder doch zumindest am Baggersee.

Bei so einem Namen muss die Musik laut sein: Elli Jett, Sängerin und Musikerin aus Altötting, ließ es krachen, mit den alten Hits von Joan Jett, von den Ramones und den Sex Pistols. Und siehe da: Es gibt sie noch, die Fans des guten Punks, die noch lauthals mitsingen, weil sie damals noch dabei waren.

Einen besonderen Auftritt lieferten die Rosl-Recken von „Staid as Quo“: Die Herren aus Regensburg, allesamt schon im deutlichen Rentenalter, machten klar, dass Alter nicht vor Rock ’n’ Roll schützt.

Auf den Pfaden
von Status Quo

Mit großer Lust und ebenso großem Können holten sie die besten Zeiten von „Status Quo“ in Erinnerung, als deren Songs noch nicht weichgespülte Hitparadenstürmer waren. Mit antreibenden Beats und rauchigen Stimmen sorgten sie für eine geradezu überschäumende Begeisterung im Open-Air-Vierseithof und vor allem die offensichtliche Tatsache, dass sie auch zu einer so späten Stunde noch topfit und mit viel Spaß an der Musik unterwegs waren, ließ das Publikum immer wieder nach Zugaben rufen.

Das Finale des Abends lieferten „Headstone“, eine Hardrock-Combo aus Kraiburg, ebenfalls längst überregional bekannt, geboten wurde knallharter Rocksound, laut, sehr laut sogar, ideal für die Luftgitarrenspieler im Publikum und es gab sogar noch Ansätze zum „Headbanging“. Die Band präsentierte ihre hörenswerten neuen Songs. Am Beifall wurde deutlich, dass sie den Nerv und die Gehörgänge ihrer Fans genau getroffen haben.

Am Ende zog Organisator Matthias Gallas eine durchweg positive Bilanz: „Wir hatten so viele Besucherinnen und Besucher, aber es gab keine Probleme und keinen Ärger. Das war wie in einer großen Familie – schöner kann ein Open Air doch nicht sein.“ Gallas bedankte sich auch bei allen: „Ohne diese tollen Leute wäre so ein Fest gar nicht zu stemmen.“ krb

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