Tüßling – Zum krönenden Abschluss des „Raiffeisen Kultursommers“ hatten die Veranstalter mit der Spider Murphy Gang und Status Quo große Stars auf die Bühne vor dem Schloss des gut 3000 Einwohner Ortes geholt. Mit der Ankündigung eines britisch-bayerischen Gipfeltreffens zweier Rock-‘n‘-Roll-Ikonen versprachen sie nicht zu viel.
Erst bei „In the army
now“ singen alle mit
Das sah auch das Publikum so und unterstützte die rockigen Klänge von Anfang an mit rhythmischen Klatschen. Band-Gründer und Sänger Günther Sigl der Vorband Spider Murphy Gang genoss das sichtlich: „So ein schöner Applaus gleich am Anfang, das ermutigt natürlich uns junge Künstler”, scherzte der Musiker mit dem Geburtsjahrgang 1947. Aus ihrem Alter machten die Künstler keinen Hehl, vielmehr nahmen sie den Abend über immer wieder auf die gesammelten Lebensjahre Bezug. Schon lange habe er nicht mehr vor einem so jungen Publikum gespielt, merkte Sänger Günther Sigl an. Und tatsächlich feierte in Tüßling ein bunt gemischtes Publikum die Rocklegenden – vom kleinen Jungen, der auf den Schultern des Vaters zur Musik mitwippte, bis zum betagteren Ehepaar, das bei den Klängen aus der Jugend die Füße ebenfalls nicht stillhalten konnte.
Bereits als die ersten Töne von Kultsongs wie „Sommer in der Stadt”, „Schickeria” oder „Ich schau dich an” erklangen, stimmte das Publikum ein. Auf Aufforderung ließen es sich Jung und Alt auch nicht nehmen, gemeinsam Twist zu tanzen. Den gebührenden Abschluss bildete der von allen erwartete Hit „Skandal im Sperrbezirk”, der auch den Letzten zum Mitsingen bewegte. Mit ihren Rufen „Oaner geht no” konnte die Menge die bayerische Band für ihren gleichnamigen Song noch ein letztes Mal zurück auf die Bühne bewegen.
Nur eine halbe Stunde später: Status Quo, Rockmusiker mit Kultstatus. Sänger Francis Rossi freute sich mit englischem Akzent, seine „Tüßlinger Freunde” willkommen zu heißen.
Mit rockigen Klängen, zunächst aber eher unbekannteren Songs, sorgte die Band bei den Zuhörern vor der Bühne für Stimmung und ließ die Hände in die Höhe gehen. Darauf kündigte Francis Rossi mit den Worten „Wenn ihr das nicht kennt, seid ihr beim falschen Auftritt” ein Medley an. Als er schließlich „In the army now” anstimmte, sprang der Funke über, das Publikum stand auf und sang.
Krönender Abschluss
mit schnellem Ende
Musikalisches Geschick bewiesen die Künstler mit ausgiebigen Solo-Einlagen. Der gelungene Auftritt endete mit den wohl größten Hits „Whatever you want” und „Rockin all over the world”, die Jung und Alt zum Ende des Kultursommers 2024 noch einmal singen, tanzen und feiern ließen.
Nach dem rund 90-minütigen Auftritt gingen allerdings schnell die Lichter aus und die Stars verschwanden in den Backstage-Bereich. Laute Zugabe-Rufe des Publikums konnten sie nicht wieder zurück auf die Bühne bewegen. Ein leider abruptes Ende eines ansonsten energiegeladenen Abends.