Mühldorf – Es ist immer wieder etwas los im Kulturschupp’n Mühldorf: Kürzlich war das „Flintstones Jazz Trio“ zu Gast in der Mühlenstraße. Diese hörenswerte Formation besteht aus Franz Nadler – er singt, spielt die Bongos und fungiert als Conferencier –, aus Peter Müller am Bass und aus Hans Eckl an der Gitarre. Der Eintritt war frei, dieser Abend war als Benefizkonzert für „Frauen helfen Frauen im Landkreis Mühldorf“ gedacht. Zweite Vorsitzende Holle Nadler erklärte, worum es diesem Verein geht.
Freude verstärken die Combo auf der Bühne
„Wir kümmern uns um von Gewalt betroffene Frauen, sei diese körperlich oder sexualisiert. Dazu haben wir in Waldkraiburg eine Beratungsstelle, für die Mietkosten anfallen. Darum freuen wir uns über Ihre Spenden“, erklärte Nadler.
Für diesen Abend hatte sich das Trio auf der Bühne um mehrere Freunde erweitert: Julie Mudra sang und flötete gleich beim ersten Stück einen Bebop-Song, der Charlie Parker gewidmet war. Auch auf dem Saxofon ist Mudra eine wahre Meisterin.
Manfred Brunner aus Töging ist ein weiterer Freund, der seiner Gitarre und später auch seinem Banjo wunderbare Töne entlockte. Helmut Dillinger glänzte auf Saxofon und Klarinette und sang auch. Am Schlagzeug saß der Österreicher Ernst Reiter aus Braunau und lieferte immer wieder tolle Soli ab. Schließlich war Pit Holzapfel dabei, ein Meister der Posaune.
Das Spektrum des Abends war breit gefächert, es folgte aus der Latin-Ecke Filmmusik aus „Orpheus in der Unterwelt“. Zum Herbst passend gab es „Autumn leaves“, auf Französisch von Julie Mudro dargeboten, wo es „Les feuilles mortes“ heißt – tote Blätter. Ein Stück des begnadeten Tenorsaxofonisten Sonny Rollins (geboren 1930 in New York) aus dem Jahr 1962 setzte das Konzert fort – „Doxy“, gefolgt von „Wave“, einem brasilianischen Stück vom Meer, bei dem man die Wellen an den Strand schlagen hörte. Von Ella Fitzgerald kennt man „All of me“, ein Jazz-Standard.
Vor der Pause kam noch einmal Sonny Rollins zu Gehör: „Er beschreibt das Lebensgefühl auf der karibischen Insel, wo er lebt – eben St. Thomas.
Bei anschließenden Gesprächen in der Pause konnte man erfahren, dass die Formnation aus acht Musikern nur einmal geprobt hatte, was man der von allen acht Akteuren gebotenen, gelungenen Leistung keinesfalls anmerkte. Alle gaben ihr Bestes und harmonierten wunderbar miteinander. Ein weiblicher Gast meinte: „Ich bin eigentlich nur wegen des Projekts gekommen – aber jetzt machen die eine so zünftige Musik!“
Nach der Pause sang Julie Mudra das brasilianische Leid „Sina“ auf Portugiesisch, dann gab es Änderungen in der Formation: Hinter der Gruppierung „Shapes of swing“ verbergen sich Manfred Brunner, Helmut Dillinger, Hans Eckl und Peter Müller – da war „Swing 42“ von Django Reinhardt ebenso zu hören (benannt nach dem Entstehungsjahr) wie „Bossa Dorado“ von Dorado Schmidt.
In alter Formation ging es weiter, es folgten Klassiker wie „Schöner Gigolo, armer Gigolo“, „Du hast Glück bei den Frauen, Bel Ami“ oder „It‘s all blues“ von Miles Davis. Den Schlusspunkt setzte „Don’t get around much more“, das Duke Ellington für seine Bigband geschrieben und auch schon mit Louis Armstrong zusammen intoniert hat.
Als Zugabe kommt
noch Fred Feuerstein
Als Zugabe gab es die Titelmelodie, die dem Jazztrio den Namen gegeben hatte, den „Flintstone Theme Song“, die Titelmelodie der bekannten „Familie Feuerstein“. Man hörte Fred Feuerstein direkt nach seiner Wilma rufen.
Nach gut zwei Stunden endete im Kulturschupp‘n wieder einmal ein Abend, an dem man sich gut unterhalten fühlte und man „beswingt“ nach Hause gehen konnte. Hans Rath