Gegen den permanenten Stresszustand

von Redaktion

„Pam Pam Ida“ und ihre Fans feiern in Mühldorf als gäbe es „Koa Moang“

Mühldorf – Feiern, als gäbe es kein Morgen, durften die Besucher des Haberkastens mit der Band „Pam Pam Ida“. Seit 2015 schwimmt die Mundart-Combo aus Sandersdorf auf der Erfolgswelle und sorgt mit ihren Konzerten für unvergessliche Musikerlebnisse. Bei einigen ihrer Auftritte werden sie von dem Streichquartett „Silberfischorchester“ unterstützt, doch in Mühldorf gehörte die Bühne kürzlich nur den sechs Vollblutmusikern.

Die Tickets zu ihrem Konzert waren schnell ausverkauft. Vielen Leuten ist die Band auch durch die Fernsehserie „Watzmann ermittelt“ bekannt, deren Titelmelodie ihrem 2016 entstandenen Musikvideo „Schultertanz“ entstammt.

Von rockig-laut bis
zu sanften Balladen

Seit ihrer Gründung hat „Pam Pam Ida“ fünf Studioalben veröffentlicht. Ihr jüngstes erschien 2023, Titel: „Das Beste bisher“, doch noch dieses Jahr soll ihr neues Album erscheinen. Einen tollen Vorgeschmack darauf gab es im Laufe des Abends mit ihrem neuen Song „Eisprinzessin“.

Aktuell sind sie mit ihrem Programm „Koa Moang“ auf Tour. Damit treffen sie den Nerv der Leute, denn bei „Pam Pam Ida“ zählt der Moment, das Hier und Jetzt.

„Wir sind heute zur Gaudi, zur Party eures Lebens nach Mühldorf gekommen. Wir werden gemeinsam feiern, als gäbe es kein Morgen“, begrüßt Sänger Andreas Eckert die jubelnde Menge.

Eckert hält, was er verspricht. Und so darf man sich auf eine Megastimmung, viel Tanz und gute Laune, sowie allerfeinste Rock-, Pop-, Indie-, Folk-, und Blasmusik freuen.

Die Band liefert zwei Stunden lang musikalisch alles von rockig-laut bis hin zu leisen, sanften Balladen. Dabei verleihen sie ihrer Musik eine ganz besondere eigene Note, denn irgendwie ist der Sound von „Pam Pam Ida“ eine vielfältige Mischung aus verschiedenen Musik-Genres.

Bei ihren Songs heißt es ganz genau hinhören, denn die Texte sind sehr tiefgründig. Es geht um das Leben, die Gesellschaft, Alltagssorgen und Probleme, Ängste, den Wunsch, einfach mal auszubrechen, Hoffnung, Optimismus, Freiheit, Liebe und Leichtigkeit. Schnell wird klar: Selbst wenn das Leben noch so bitter ist, sollte man die Sorgen einfach wegtanzen. Das ist auch das Erfolgsrezept von „Pam Pam Ida“. Tanze, lache und lebe. Schließlich gibt es genug Schlechtes auf dieser Welt.

„Es geht mir schon lange auf den Keks, dass alle in so einem Stresszustand sind. Wichtig ist, dass alle zur Ruhe kommen und ihre Mitte finden“, sagt Sänger Andreas Eckert und kündigt zur Entspannung den nächsten Song an: „Nix versammt“. Die Flötenklänge, die das Lied begleiten, versprühen Leichtigkeit pur. Genauso fühlt sich Entspannung an.

Was die Band besonders auszeichnet, ist die unglaubliche Vielzahl von Musikinstrumenten, die ihre Mitglieder beherrschen und die in ihren Liedern zum Einsatz kommen. Sänger Andreas Eckert spielt Gitarre, Klavier, Tenorhorn, und Blockflöte. Keyboarder Christian Winkler zählt zu den musikalischen Multitalenten. Er spielt auch noch Saxofon, Euphonium, Posaune, Akkordeon und Mundharmonika. Thomas Thumann beherrscht neben der Gitarre auch den Synthesizer, Blockflöte, Drumpad, Surdo und die Djembe. Gitarrist Daniel Randlkofer ist der Jüngste und bringt das Publikum mit seinem musikalischen Warm-up ordentlich in Bewegung. Bassist Stefan Pfeifer ist der „Funk Doc“ der Band und sprang für Jürgen Neumeier, alias „Charly“ ein, da dieser aktuell eine Winterpause einlegte. Stefan Pfeifer kam vor gerade mal drei Wochen als Vertretung für Jürgen Neumeier in die Band und hatte die Songs in Rekordzeit drauf. Mit Schlagzeuger Julian Menz verbindet Sänger Andreas Eckert eine ganz besondere Liebe zur Musik.

„Wir rocken schon seit dem Kindergarten die Welt und haben schon sehr früh festgestellt, dass Musiker bei den Mädels sehr gut ankommen“, erzählt der Sänger. Damit hat er absolut recht, denn vor allem viele junge Frauen waren zu ihrem Konzert gekommen.

Die Musiker begeistern ihr Publikum nicht nur mit älteren und neuen Songs wie „Vielleicht“, „Eigentlich“, „I hoit an dir fest“, sondern auch mit einer klasse Bühnenshow. Sie sind die geborenen Entertainer und reißen die Menge vom ersten bis zum letzten Ton mit. Die Lieder der Band sind allesamt in Bayerischer Mundart, eingefleischte „Pam Pam Ida“-Fans kennen sie in- und auswendig.

Bei ihren bekannten Ohrwürmern wie „Gockl“ und „Optimist“ wird das Publikum automatisch zum Singen mitgerissen. Ganz sanfte Töne werden bei Liedern wie „Da gwohnte Gang“ und „Untergang (Bleib bei mir)“ angeschlagen. Hier kommt man fast schon ins Träumen. Dann wird es wieder fetzig mit Disco, Folk und Funk.

Etliche Zugaben
vor dem „Hoamgeh“

Ein besonderen Sound bietet auch ihr neuster Song „Auf Da Flucht“. Eine musikalische Reise, bei der man sich am liebsten weit weg an einen fernen und wunderschönen Ort beamen würde. Die Menge ist begeistert, klatscht, tanzt, singt und lacht. Doch selbst die aufregendste Party geht irgendwann einmal zu Ende und so heißt es „Hoamgeh“.

Die jubelnde Menge denkt jedoch noch lange nicht ans Heimgehen und fordert eine Zugabe nach der anderen. Als krönenden Abschluss spielen die sympathischen Jungs ihren Erfolgshit „Schultertanz“ und mischen sich anschließend unter ihr jubelndes Publikum, wo sie a cappella singen.

Ein unvergesslicher Konzertabend geht zu Ende. „Pam Pam Ida“ haben sich in die Herzen ihres Mühldorfer Publikums gespielt.

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