Frida bringt Jung und Alt zum Swingen

von Redaktion

Zwei junge Bands aus Mühldorf begeistern im Neumarkter Kulturbahnhof

Neumarkt-St. Veit – Gut gefüllt war der Saal im Neumarkt-St. Veiter Kulturbahnhof am Freitagabend, denn die zwei jungen Bands aus der Heimat haben bereits eine große Fangemeinde und sind in der überregionalen Musikwelt mit ihren Klangfarben und bairischen Texten bekannt und anerkannt. Ja, endlich bairische Liedtexte! Stark angelehnt an die Werke des Austriapops von Fendrich, STS und dergleichen – auch die Spider Murphy Gang diente wohl als Vorbild – musizieren diese jungen Künstler mit einer Frische auf der Bühne, die einfach mitreißend ist. Das galt für die Jugend im Saal, aber auch für die Gäste, die bald das achte Lebensjahrzehnt beenden.

Zuschauer lassen
sich einfangen

Diese Musik und die Texte sind einfach für alle. Als Vorband war „Da oide Schlog“ angekündigt. Eine Viermannband, die diesmal einfach nur mit Stefan Breu als Gitarristen und Alex, dem Schlagzeuger, als Duo auftrat. Aber mit „voia Wucht“, erfrischend und fetzig, sang Stefan seine eigenen Lieder, die er als Ansager wie ein preisgekrönter Kabarettist lustig kommentierte.

Die Rhythmusarbeit vom Alex trug dabei viel zu der schwungvollen Wirkung der Songs bei. Texte hatte Stefan über bairische Urtypen geschrieben, wie den Aloisius im Himmel, über Pumuckl oder Klosterschwestern. Aber auch Besinnliches hatte er im Repertoire, wenn er über Vertrauen und Freundschaften philosophierte. Sie wurden mit riesigem Applaus verabschiedet.

Nach etwa 40 Minuten betrat „Frida“ die Bühne. Bandleader Markus Frisch freute sich, dass er endlich wieder mit der kompletten Mannschaft auftreten konnte. Und das spürte das Publikum dann auch. Denn was die drei Gitarristen, der Pianist, der Drummer und der Posaunist, der manchmal zum Akkordeon griff, an Feinheiten zu Texten von Frisch beitrugen, das ging unter die Haut.

Sie schmückten mit Gefühl und Können die unterschiedlichsten Lieder durch kleine Schnörkel, passende Akkorde oder Einzeltöne aus, die alle die Stimmung der Texte feinsinnig verstärkten. In seinen Texten weiß der Bandleader viel zu erzählen: vom Hund, vom z´Fuaß geh, vom Glück, von der Liebe, von Landschaften und vom Fluss.

Über alles weiß er was, manchmal helfen ihm Bandmitglieder. „Dann wird es was Wunderbares“, sagt er. Oder die Band lässt sich inspirieren, wenn sie zum Beispiel am Inn sitzt. Dann lassen die Instrumente beim Vortrag das Wasser spürbar fließen. Was Markus Frisch mit Worten sagt, verstärken die Instrumente – mal solistisch, mal als Gruppe. Das Publikum spürt jede Stimmung und lebt sie mit.

Viele verzichteten schon anfangs auf bereitgestellte Stühle. Sie standen in Gruppen und tanzten oder klatschten oder lauschten still. Alle gingen mit der Musik mit, ließen sich einfangen. Und die Band spürte das. Ihre Freude am Spiel war unverkennbar. Sie steigerte sich, weil sie fühlten, ihre Musik gefällt. „Manches Freitagabend-Konzert ging schon bis in den Sonntag“, sagte Markus. Und man glaubte es ihm fast, an diesem Abend aber war nach zwei Zugaben doch rechtzeitig Schluss. Karl-Heinz Jaensch

Artikel 3 von 5