Weltmusik ausder Mundharmonika

von Redaktion

Finnische Gruppe Sväng unterhält den Haberkasten

Mühldorf – Liebhaber des Jazz und des skandinavischen Lebensstils kamen beim Konzert des finnischen Mundharmonika-Quartetts Sväng im Haberkasten auf ihre Kosten. Recht gut besucht zeigte sich der Veranstaltungsraum. Am schwedischen und finnischen Tag der Zimtschnecke traten die vier Künstler auf. Zahlreiche Fingerringe mit großen bunten Steinen zierten die Hände der Männer. Dazu gab es ein Gewinnspiel: Verlost wurde eine Zimtschnecke an die erste Person, welche die Anzahl der Ringe an den Fingern der Musiker richtig gezählt hatte.

Jazz bringt
Gemütlichkeit

Humor zeichnet die vier im Anzug aus. Bei der Fußbekleidung zeigen sich die Musiker individuell in Turn- und Lackschuhen sowie Cowboystiefeln. Es ist lustig anzuschauen, wie Eero Turkka immer wieder im Spiel seine Harmonika umdreht. Tapani Varis spielt den Bass. Mit seiner Zirkularatmung erinnern seine Klänge immer wieder an ein Didgeridoo. Finnische Volksmusik hat das Quartett neu arrangiert. Sie spielen Musik finnischer Emigranten in den USA sowie rumänische und bulgarische Musik. Das traditionelle Stück der Schäfer kommt recht melancholisch rüber, im Gegensatz zu selbst-komponiertem Tango, Milonga, Jazz und Blues, der sich mit keltisch-nordischen Klängen abwechselt.

Die Interpretation des Harry-Potter-Themas „Hedwig’s Theme“ fasziniert. Sie enthält die gesamte Stimmung der Romanreihe: fantasievolle Geschöpfe, unbeschwerte Kindheit, Verschwörungen und nervenaufreibende Kämpfe.

Nach der Pause macht sich Gemütlichkeit breit, der Jazz dominiert. Die Musiker fassen 90 Minuten ununterbrochene Volksmusik in vier Minuten zusammen.

Die Künstler berichten von einem finnischen Volksfest und vergleichen es mit einer traditionellen Technoparty, bei der zahlreiche Musikgruppen stets ihr Spiel an die nächste Band weitergeben.

In wenigen Minuten lässt sich nachvollziehen, wie die Band sich und ihr Publikum in Trance spielen kann. Schließlich zeigen die Künstler wieder etwas von ihrem Humor: Sie tanzen eine finnische Quadrille. Sie thematisieren jedoch auch die Kriege im Nahen Osten. Dieser Wechsel zwischen Selbstironie und Ernst zeichnet die Musiker aus. Das beginnt bereits beim Auftritt der Anzugträger mit ihren kleinen Aktenkoffern, in denen sich die Instrumente befinden.

Das Englisch der vier Herren zu verstehen, fiel manchem im Publikum schwer. Dennoch kam der Sinn der Ansprachen rüber. Vor der Pause irritieren so manchen noch die typisch quietschenden Töne der Instrumente. Im zweiten Teil ziehen die Künstler ihr Publikum jedoch in den Bann, sodass dies nebensächlich wird.

Übrigens: 27 Ringe steckten an den 40 Fingern der Musiker. In der Pause fand die Zimtschnecke einen Verzehrer. Jessica von Ahn

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