Töging – Das neue Bühnenstück des Trachtenvereins Enzian startete kürzlich zweimal mit vollem Haus. Schon die „Generalprobe“ der Komödie „Wählen Sie Franz Krakauer“ von Toni Lauerer lockte am Nachmittag viele Familien und sogar AWO-Ortsgruppen aus Burgkirchen, Burghausen und Garching in den Saal des Restaurants Kantine.
Auch die Premiere am Abend ließ durch den Vorverkauf bei Schreibwaren Obermaier auf ausverkauftes Haus hoffen. Weitere Vorstellungen gibt es an den kommenden Samstagen bis zum 9. November, jeweils um 20 Uhr.
Seit 15 Jahren leitet Matthias Mairock die seit 1948 existierende Theatergruppe des Trachtenvereins Enzian. Beim diesjährigen Stück „Wählen Sie Franz Krakauer“ des oberpfälzer Bühnenautors Toni Lauerer wurde er bei der Regiearbeit von Sandra Scheitzeneder unterstützt.
„Ab Juli haben wir zweimal wöchentlich geprobt“, erinnerte sich Mairock im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. „Aber die Rollenverteilung hatten wir schon im März geklärt“, so der Theaterleiter weiter.
Er und seine Co-Regisseurin konnten nach der Nachmittagsvorstellung vor Kindern und Senioren zufrieden sein. Schließlich kam Souffleuse Heidi Bleicher bei dem zweieinhalbstündigen Dreiakter nur auf sehr wenige Einsätze.
Beim Stück geht es um Franz Krakauer, der von Horst Bleicher ambitioniert verkörpert wird. Verärgert über einen vom Gemeinderat abgelehnten Bauantrag beschließt der Metzgermeister, bei der anstehenden Bürgermeisterwahl selbst anzutreten. Da ihr Mann wohl keinen guten Bürgermeister abgäbe, spinnt Frau Frieda, dargestellt von Andrea Fürthner, ein letztlich unerwartetes Komplott mit einer Spezialistin: Chantal Blumenstingl-Bleicher, gespielt von Katrin Eisele-Mitterer, ist die Schwägerin von Karl Bleicher, einem guten Kunden und Bekannten des Metzgers Krakauer, und ihrerseits Wahlkampfmanagerin aus dem hohen Norden.
Anzumerken sei, dass die Namensgleichheit des Töginger Hauptdarstellers mit Figuren aus dem Stück nur beim Lesen dieser Kritik für Verwirrung sorgt. Jedenfalls gelingt es Chantal Blumenstingl-Bleicher, ganz im Sinne von Frieda Krakauer, deren Mann die Schwierigkeiten im Dasein eines Bürgermeisters klarzumachen. Doch bis der zur Einsicht kommt, muss er viele peinliche Aufgaben erledigen.
Die Geschichte lebt vor allem von komischen Situationen, Wortwitzen und nicht zuletzt einer Reihe von anzüglichen Bemerkungen.
Natürlich hat es Autor Toni Lauerer nicht verpasst, mit dem trotteligen Metzgergesellen Alfons einen Lachgaranten einzubauen, allerdings macht sich Darsteller Richard Mairock auch hervorragend als Hanswurst.
Zwar stimmten die Erwartungen der Bühne bei der inoffiziellen Premiere nicht immer mit den Reaktionen des Publikums überein. Allerdings muss an der Stelle auch erwähnt sein, dass die der Komödie an vielen Stellen Leben einhauchenden Zoten für „normales“ Publikum und weniger für Senioren und Kinder gedacht sind. „Da müssen die Darsteller zeigen, wie sie mit den Reaktionen des Publikums umgehen“, erklärte Regisseur Matthias Mairock. In Summe konnte seine Truppe jedenfalls auch in der Nachmittagsvorstellung begeistern, was die Zuschauer mit minutenlangem Applaus bestätigten. peter becker