Töging – Klassische Musik, vorgetragen an Flügel und Cello, dafür scheint Tögings Musentempel besonders geeignet. Kürzlich herrschte wieder eine geradezu positive Stimmung. Den Veranstaltern war es gelungen, zwei herausragende junge Künstler zu verpflichten. Das Duo HaffnerHeise besteht aus den mehrfach preisgekrönten Meistern Constantin Heise (Cello) und Jonas Haffner (Klavier). Beide haben sich an ihren Instrumenten an verschiedenen Schulen von unterschiedlichen Professoren ausbilden lassen und es zu einer unbegrenzt scheinenden Perfektion gebracht.
Die Stücke, die sie in ihrer Besetzung zum Vortrag brachten, sind eigentlich für Geige oder Horn mit Piano komponiert, sie wurden fürs Cello umgeschrieben. Schon beim Eingangsstück, der Sonate in a-Moll von Franz Schubert konnte man sehen und hören, dass Constantin Heise Unglaubliches auf dem Cello bewirkt. Diese Arpeggione ist wohl ein Gradmesser für vollendetes Spiel, was das Publikum in dem kuscheligen Orffsaal hörend und sehend genoss. Dazu das gepflegte Begleitspiel am Flügel von Jonas Haffner. Sein Anschlag war immer angepasst.
Die beiden boten ein traumhaftes Zusammenspiel. Beide Instrumente waren immer im Gleichklang zu hören. Sie stimmten überein im Ritardando, im Ab- und Anschwellen, im Staccato. Sie hatten nicht immer Sichtkontakt, dennoch kamen ihre Einsätze bei jedem Tempowechsel und nach jeder Pause im Gleichklang. Niemals herrschte ein Instrument vor. Beide Künstler sind in ihre Musik und in die Instrumente gebunden und harmonieren einfach.
Zudem moderieren sie abwechselnd ihre Vorträge, indem sie „locker vom Hocker“ die Werke erläutern und von sich und den Komponisten erzählen.
So perfekt wie sie die romantische Musik von Franz Schubert und Robert Schumann darboten, so begeisternd sind sie auch im Impressionismus daheim. Eine Sonate von Maurice Reval, komponiert für Violine und Klavier, zeigte ebenfalls ihre musikalische Übereinstimmung, denn die nicht immer leichten Harmonien und Rhythmen schienen ihnen zu liegen, obwohl die Musik doch ein wenig gegensätzlich zur Romantik steht.
Die Sonate A-Dur von Cesar Franck erklang nach der Pause. Auch hier zeigten beide Meister noch einmal, was in ihren Instrumenten steckt und wie sie diese beherrschen. Besonders im Fantasieteil (3. Satz) war es körperlich und seelisch ein Vergnügen, wie die beiden sich mal im leisesten Piano oder stärksten Forte die Themen übergaben und weiterspielten und wieder zurückspielten. Der Beifall des Publikums war nach allen Werken immer anhaltend. Die Zugabe, es war Ravels Bonsoir, war ein ruhiger, fast romantischer Abschluss eines ungewöhnlichen, aber sehr feinen Musikvortrages. nz