Mühldorf – Rund 250 Liebhaber von „A cappella“ ließen sich kürzlich von Naturally 7 verzaubern. Die aus New York stammende Combo um die Brüder Roger und Warren Thomas machte mit ihrem aktuellen Programm im Mühldorfer Stadtsaal Halt und begeisterte das Publikum gute zwei Stunden mit ihren funkigen R&B-Mundmusik-Arrangements.
Beim aktuellen Programm hat sich die siebenköpfige Truppe hauptsächlich auf Filmmusik eingeschossen. Während auch hierzulande bekannte Gassenhauer wie das aus dem Film Beverly Hills Cop stammende Axel F., das James-Bond-Thema oder „Singin‘ in the Rain“ vom gleichnamigen Film aus dem Jahre 1952 von den Zuhörern sofort gut angenommen wurden, waren dem Mühldorfer Publikum andere Titel offensichtlich nicht so bekannt. Beispielsweise die Titelmelodie des in Amerika zum Kultfilm avancierten „Shaft“.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die Künstlergruppe, die in diesem Jahr bereits ihr 25-jähriges Bestehen feiert, mit den imitierten Instrumenten: Trompete, Gitarre, Querflöte, Klarinette, Mundharmonika oder Posaune klangen dank eines Vokalprozessors so echt, dass sogar der Oberrang einmal wackelte. Ganz zu schweigen von der Beat-Box, die Warren Thomas beisteuert.
Weitere Hilfsmittel oder gar Instrumente haben die Musiker folglich nicht nötig, da jeder Einzelne ein beeindruckendes Organ mitbringt. Sei es N’Namdi Bryant mit seinem sonoren Bass, der das tiefe G mit Leichtigkeit nimmt, oder die Tenöre Sean Simmonds und Lee Ricardo Cort, die mit ihrem Vibrato mutmaßlich sogar Sänger mit klassischer Ausbildung zum Weinen bringen.
Bariton Dwight Stewart hingegen zeigte, dass er auch im Falsett kein Autotune braucht und Rod Eldridge bedient neben seinen Scratch-Einlagen besagten Vokalprozessor so beiläufig, dass dies völlig in den Hintergrund tritt.
Im späteren Teil der Show profitierte diese etwas andere „A-cappella-Band“ dann von ihrem großen Repertoire, welches inzwischen elf Alben umfasst. pbj