Mühldorf – Lautenmann – das sind Frontfrau Anne, die Lautenfrau, die mit unvergleichlicher Stimme singt und mit kleiner und großer Flöte musiziert. Miss Sophie beherrscht die Drehleier, ein mittelalterlich anmutendes Instrument – mit der rechten Hand dreht sie an einem Hebel, mit der linken entlockt sie den sich im Inneren befindlichen Saiten meisterhafte Töne. Beide Damen stammen ursprünglich aus Kraiburg.
Peter ist der Lautenmann selbst, der Namensgeber der Formation: „Im Kreise sitzt der Lautenmann und spielt uns etwas vor“ ist ein altes Volkslied, von diesem Lied ist der Name der Gruppe entliehen. Peter spielt auf mehreren Gitarren. Bassist Daniel und Chris der Schotte am Schlagzeug komplettieren die Band und perfektionieren mit ihrem Spiel den Sound.
Lautenmann hat auch schon beim Stadtfest in Waldkraiburg gespielt und tritt oft bei Mittelaltermärkten auf. Zukünftig wird „Lautenmann“ das nicht mehr tun, Anne gab den letzten Auftritt der Formation bekannt – zum Leidwesen des begeisterten Publikums.
Oft werden die Lieder aus dem Mittelalter mit der Flöte und der Drehleier eingeleitet wie beispielsweise „Wer kann, der kann“: Erzählt wird die Geschichte eines Grafen, der eine begehrenswerte junge Schönheit zur Liebe zwingt und sich zur Rettung seines Seelenheils beim „Pfaffen“ einen Ablassbrief kauft.
„Sturmvogel“ beschreibt einen Mann, der mit der Flöte durch die Lande zieht und Bettler reich macht und Blinde wieder sehen lässt. „Er kann verwandeln seine Gestalt, mal ist er jung, mal ist er alt“, heißt es da. Ein reines Instrumentalstück schließt sich an. Es trägt den Titel „Dudelsack“, dabei dominiert die Drehleier von Miss Sophie.
Bei „Elender Schurke“ dürfen die Zuhörer beim Refrain mitsingen. Es wird einem jungen Mann empfohlen, er solle die Finger vom Weibe des Grafen lassen. Es wartet sonst die Schandgeige auf ihn, eine mittelalterliche Fessel aus Holz oder Metall, die Hals und Handgelenke des Betroffenen umschließt.
Mit „Der Gauklerkönig“ beschließt die Gruppe ihren Teil des Konzerts. Der Gauklerkönig zieht „Possen reißend und Faxen schneidend“ über das Land, er hat kein eigenes Heer und regiert kein Land, kein Herrscher ist jedoch vor seinen Späßen sicher.
Nach der Umbaupause setzt DeKantA fort – den Namen der Gruppe liest man am besten in drei Teilen und es erschließt sich so aus dem Bayerischen der Ausdruck „De“ oder „Die“, „kant“ oder „könnte“ und „A“ oder „auch“.
Die Band produziert bayerische Rockmusik vom Feinsten, dahinter verbergen sich sechs Vollblutmusiker: Katja, die Frontfrau, ist primär für den Gesang zuständig, auch wenn sie gelegentlich von ihren Männern unterstützt wird. Ralf, von Katja als „Quotenpreuße“ betitelt, zupft die Saiten und gibt mit „Jetzt“ meist das Ende eines Liedes an, an dem das Publikum klatschen darf. Hans ist der Mann am Klavier, der oft mitsingt, und Sigi am Bass steht für das Tiefe der Lieder. Peter am Schlagzeug gibt den Rhythmus vor, der Percussionist Martin sorgt für das gewisse Etwas. DeKantA liefert mitreißende Musik, bayerische Texte, etwas zum Lachen und Nachdenken. Und legt gleich fulminant los mit „Der Moment“ und Katja erklärt das Motto der Gruppe: „Wir spielen nicht wie viele Bands von Herz und Schmerz. Wir wollen mehr Spaß haben und weniger arbeiten.“ Das Lied schildert besondere Momente, in denen du lebst – wenn du dich mit dem Motorrad in die Kurve legst oder mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug springst.
„Des oane Lem“, das eine Leben also, so fordert Katja, das sollte man dann auch leben, sich nicht immer nach den anderen richten, immer da sein und Leistung bringen. Alles vergeht und nichts besteht. „Konsum“ geißelt den in der Wohlstandsgesellschaft herrschenden Konsumzwang : „Uns geht’s doch einfach sauba zguad, es gibt ois im Überfluss, mir drahn uns um uns soiber rum, und kaufen uns dick und dumm.“
„Red mit mir“ ist ein Lied aus dem laut Katja „verkürzten Beziehungsblock“ und erklärte die Ursache von Ehestreitigkeiten: die Probleme nicht auszureden. „Red mit mir, oder soll ich es riacha oder soll ich vor dir kriacha“, heißt es da im Text.
Eine „Sitzrocknummer“ ist „I denk an di“, Katja holt sich dazu einen Barhocker. Sie hat nur einen Gedanken, der ihren Schädel erfüllt, der raus möchte und der immer lauter wird: „Ich denke an dich allein!“
Der Erlös des Benefizkonzertes geht an die „Elterngruppe krebskranker Kinder München“. Annes Empfehlung „Spendet reichlich“ wird Folge geleistet, im Gegenzug darf man sich aber auch eine CD als Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen.