Mühldorfer Symphoniker wachsen über sich hinaus

von Redaktion

Hervorragendes Konzert mit grenzenloser Musik in der Aula der Mittelschule

Mühldorf – Bis zur letzten Minute schleppten Musiker und Helfer noch Stühle in die Aula, denn der Besucherstrom wollte schier nicht enden. Und auch das 60 Musiker starke Mühldorfer Symphonieorchester schien eine schon lange nicht mehr erreichte Größe zu erreichen.

Dirigent Georg Haider eröffnete das Konzert mit der Ouvertüre der Oper „Carmen“ von Georges Bizet. Bei dem gewaltigen Triumphmarsch merkte man schon die Freude der Musiker am Musizieren, und im Publikum war unverzüglich eine positive Stimmung zu spüren. Mit vielen Marschtakten ging es weiter aus dem Prélude aus Bizets Symphonie über die Frau aus Arles (L´Arisiénne). Beschwingte Walzertakte folgten mit dem Minuetto und später mit vier weiteren Orchesterstücken, aus denen der Komponist diese Suiten zusammengestellt hatte.

So wie die Symphoniker diese Stücke vortrugen, war auch bei den Besuchern der Gefallen an dieser Musik aus Frankreich erkennbar.

Ein weiterer Höhepunkt des Konzertabends war der der Csárdas, den die Musikmagisterin Sanja Rokic auf ihrer Violine mit dem Orchester darbot. Dieser ungarische Tanz, komponiert von dem italienischen Violinisten Vittorio Monti, ist ja weltbekannt. Die Künstlerin legte ihre gesamte Hingabe und Feuer in ihr Spiel. Mit ihrem lebendigen Vorspiel erinnerte sie an das Temperament der hauptsächlich in Ungarn und Rumänien lebende Bevölkerung, deren feurige Tänze die Mitteleuropäer so bewundern. Langanhaltender Applaus war der verdiente Lohn.

Nach diesem Streifzug durch europäische Länder begab sich Dirigent Haider nach der Pause mit seinen Symphonikern noch ins Nachbarland Österreich. Mit den vier Sätzen aus Franz Schuberts Sechster Symphonie zeigte er noch einmal, was in seinem Orchester steckt.

Alle Instrumentalgruppen konnten in Gruppen oder solistisch Schuberts aussagekräftigen Melodien in verschiedenster Weise vortragen. Der Dirigent war immer Herr der Lage, wenn er die Einsätze gab. Die An- und Abschwellen, allmählich oder abrupt, piano und forte, praktisch jede Vortragsweise, geschah exakt nach Dirigat. Wobei hörbar war, dass auch ausgezeichnete Solospieler Melodien und Weisen vortrugen. Das Schlagwerk gab dem Fundament stets einen sicheren Halt.

Nach ausdauerndem Beifall erklangen als Zugabe die gewaltigen fünf Märsche Pomp and Circumstance von Edward Elgar, womit man noch den Kanal überquerte. Zuletzt zollte das Publikum dem Orchester, der Solistin Sanja Rokic, Konzertmeister Puiu Gurguta und Dirigent Georg Haider stehenden Beifall. nz

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