Mühldorf – Beim 13. Konzert „Masters of Bass“ im Mühldorfer Haberkasten zwängten sich zeitweise rund 35 Kontrabässe und Musiker auf die Bühne. Der jüngste Kontrabassist war erst fünf Jahre alt. Nach kurzem gemeinsamen Stück „Der kleine Schreck“ spielte dann die internationale Elite der Kontrabassisten.
Für besondere Irritation, aber auch Begeisterung, sorgte Begüm Aslan. Die 21-jährige Studentin spielt nicht nur ihr Instrument auf höchstem Niveau, sie singt auch dazu. Theatralisch lacht sie, Aslan johlt laute, klare Töne. Es erinnert an eine Mischung aus Operngesang und neuer Musik. Die junge Künstlerin erzeugte damit beim Publikum eine Verlegenheit, nahezu eine Scham. Der Effekt war faszinierend. Im zweiten Stück zeigte sie, dass sie nicht nur zeitgenössische, sondern auch klassische Stücke beherrscht. Thomas Hartmann begleitet sie und die anderen Bassisten am Piano.
Sehr kurzfristig stand das Programm von Basstage-Initiator Claus Freudenstein. Martin Wind lebt und arbeitet in New York, der gebürtige Flensburger war spontan aus Brüssel angereist. Er zeigte Jazz seiner amerikanischen Wahlheimat und betont die Bedeutung der Basstage: Es seien viele Bassisten im Publikum, welche die Anstrengung und Schwierigkeiten des Spielens besonders würdigen können.
Ein Höhepunkt war Maria Dorner-Hofmann mit ihrem Instrument. Während der Pause rätselten die Zuschauer, was die Musikerin und Techniker des Haberkastens auf der Bühne da vorbereiten. Dann war klar: Bei dem kantigen Holzgegenstand handelt es sich um eine Kontrabass-Blockflöte. Solche Klänge verbinden manche wahrscheinlich mit Musik von Ureinwohnern in Regenwaldgebieten. Freudenstein begleitete sie auf dem Kontrabass.
Nach weiterem Umbau knarzten hohe Töne durch den Saal. Alberto Bocini kam aus Florenz und spielte Variationen vom Kinderlied „Mein Hut, der hat drei Ecken“, eine Melodie aus der Oper „Der Carneval von Venedig“. Gleich einer alten Dame tanzte seine Musik durch den Veranstaltungssaal. Finger zogen über die Saiten, und der Künstler nutzte sein Instrument als vielseitiges Schlagzeug. Den Abschluss des Abends bildeten Philipp Stubenrauch und Nabil Shehatas. Das Publikum war begeistert, pfiff und jubelte.
Besonders beeindruckend war das Publikum mit zahlreichen Kindern: junge Musiker mit ihren Geschwistern. Diszipliniert folgten sie der Musik, kommentieren manchmal und störten niemals. jessica von ahn