Mystischer Groove im Haberkasten

von Redaktion

Die Band Skerryvore führt das Mühldorfer Publikum zum Schotten-Rock

Mühldorf – Der Sound der schottischen Band Skerryvore, deren Mitglieder alle von der Insel Tiree im Westen Schottlands stammen, beeindruckte direkt beim Auftaktsong im Mühldorfer Haberkasten. Mit „Vancouver Island“, einem Instrumentalstück, erfuhren die Besucher die volle Soundbandbreite von den typisch schottischen Instrumenten wie Dudelsäcken, Akkordeons, Fiddel, Flöten, gemischt mit Keyboards, Bass und Gitarren.

Der mystische Groove, den die Musiker kreierten, wurde von der passenden Lichtshow ideal ergänzt. Tontechniker Paul und Lichtmeister Greig, die mit Skerryvore auf der vierwöchigen Tournee durch Deutschland, den Niederlanden und Dänemark unterwegs sind, arbeiteten perfekt zusammen. Beim direkt folgendem Song machte die Gruppe dann eine 180-Grad-Wende in die nachdenkliche, folkloristische Musiksphäre mit Flöten und akustischer Gitarre. So war nach zehn Minuten schon klar, dass das Konzert eine breite Palette an ruhigen, melancholischen Stücken bis hin zu treibenden Instrumentalsongs zu bieten hat.

Der Begriff „fußtreibend“ drängte sich beim Beobachten des Publikums auf, denn niemand konnte die Füße still halten und so schossen einem Bilder vom schottischen Hochland, galoppierenden Pferden und fröhlich ums Lagerfeuer tanzenden Leuten in den Kopf.

Bei weiteren Balladen konnte sich das Publikum dann etwas erholen, dies aber nur in Bezug auf die Füße. Zahlreiche Zuschauer kannten die Texte – und Sänger Alec motivierte zum Mitsingen bei bestimmten Stellen der Stücke. Die Zuschauer waren wieder komplett ins Geschehen eingebunden.

Sicher ungewohnt für das ungeübte Ohr ist die Instrumentenauswahl der Band. Während man Gitarren, Bass und Keyboards durchaus gewohnt ist, sind die schnellem Klänge der Fiddel schon untypischer, ebenso die Flöten. Zu bieten hatten die Musiker unter anderem aber auch zwei Dudelsäcke, und die sind bei voller Lautstärke bezüglich ihres Klanges schon „herausstechend“.

Sicher sind daher viele Stücke ursprünglich mehr für den heimischen Musikfan komponiert, jedoch baut sich in unseren Breitengraden inzwischen auch eine Fangemeinde für diese Musikart auf. Konzerte wie das in Mühldorf ziehen daher durchaus Fans aus weiterer Entfernung an. Überzeugt wurden dann aber auch schnell die „Skerryvore-Neulinge“ im Publikum, denn das stetige Wechseln zwischen schnellen Rhythmen und Balladen bot letztendlich für jeden Geschmack etwas.

Und wer auf die Texte achtete, erfuhr von positiven Themen, die hier besungen werden. „Menschen, die wir getroffen haben. Und Orte, die wir gesehen haben. Dazu Freunde und Familie“, fasst Sänger Alec die Geschichten zusammen. Auf die Frage, wie sie zu den Themen inspiriert werden, erklärt Alec, dass es dich „manchmal einfach trifft“. Entweder ein Titel oder eine Beobachtung seien der Grundstein der kreativen Arbeit der Gruppe.

Sicher werden sie noch viele weitere Fans überzeugen, die Musiker Alec (Sänger, Gitarren), Daniel (Akkordeon), Martin und Scott (Dudelsack), Craig (Fiddel), Jodie (Bass), Fraser (Schlagzeug) und Alan (Keyboard) während ihrer aktuellen Tour auf den Geschmack bringen. thomas esser

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