Mühldorf – Ihre Heimat ist der Chiemgau, doch seit ihrer Gründung im Jahr 2012 zog es sie auch immer wieder auf die Bühne nach Mühldorf. Inzwischen sind ihre Auftritte hier legendär und ein echtes Heimspiel für die Chiemgauer Band Django 3000. Sie gelten als die bayerischen Gypsys. Wenn sie kommen, sind sämtliche Tickets rasend schnell restlos ausverkauft. So auch aktuell bei ihrem Unplugged-Konzert im Haberkasten.
Die Erfolgsgeschichte der Band ist beachtlich. Seit ihrer Gründung haben sie sechs Alben veröffentlicht, stehen im In- und Ausland auf den großen Bühnen und sind gern gesehene Gäste im TV. Selbst in Südkorea und Indien gaben sie schon Konzerte.
Lustige Anekdoten
für zwischendurch
Ihr Erfolgsrezept ist nicht nur ihre Musik, die sich irgendwo zwischen bayerischem Ska, Folk, Rock und Balkan Beat bewegt, sondern auch ihre stimmungsgeladene Unterhaltung, ihre Authentizität, ihre Bodenständigkeit und die Nähe zu ihrem Publikum. So ist auch ihre „Musik im Wohnzimmer“ das Herz ihrer aktuellen Unplugged-Tour.
Statt einer großen Bühne mischten sich die vier Musiker mitten unters Volk. Damit man sich so richtig heimelig fühlte, bettete die Band in der Mitte des Saales auf einem großen Orientteppich ihre Musikinstrumente aus. Schon als sie gut gelaunt den Saal betreten, ist klar: Drummer Johannes „Jojo“ Vogt an seinem Schlagzeug, Korbinian Kugler an seinem imposanten Kontrabass, Sänger und Gitarrist Kamil Müller sowie Violinist Florian Starflinger, der neben Geige auch noch Gitarre spielt, werden an diesem Abend für ein unvergessliches Musikerlebnis sorgen.
Um die Band herum sitzt ihr Publikum. Als das Quartett schließlich loslegt, fühlt man sich tatsächlich wie zu Hause im Wohnzimmer – und mittendrin eine der erfolgreichsten deutschen Folk-Pop-Rockbands. Für die Band, den Haberkasten wie auch für das Publikum ist dieses Konzert etwas Einzigartiges. Der erste Song des Abends ist „Neis Lem“ aus ihrem letzten Album „AliBabo“. Auch wenn jeder Besucher einen Stuhl hat, ist stillsitzen an diesem Abend fast unmöglich. Bei Django 3000 wackelt der Boden und die Menge klatscht, singt und tanzt vom ersten bis zum letzten Lied.
Zwischen den Liedern unterhält Sänger und Gitarrist Kamil Müller die Leute mit spannenden und amüsanten Geschichten. „Unser erstes Konzert im Ausland hatten wir vor 13 Jahren in Ungarn. Damals hatten wir gerade mal vier bis fünf Lieder im Gepäck und dachten, das wäre jetzt unser ganz großer Durchbruch. Wir träumten schon von großen Autos und dem fetten Geld“, erzählt Müller. „Als wir dort ankamen, stand ein Bus vor der Konzerthalle. Es stiegen lauter Trachtler aus Oberammergau aus“, setzt er fort. Mit ihrer bayerischen Mundartmusik hatten es die Oberammergauer Touris leicht, doch da sie in Ungarn waren, musste die Musik natürlich an die Gastgeber angepasst werden. So spielten sie das ungarische Lied „Muro Shavo“. Eines von vielen Liedern, mit denen die Band ihr Publikum auch in Mühldorf begeisterte.
Dass in den Musikern echte Sprachwunder stecken, wird auch bei Songs wie „Mashallah“, „Companero“ und „The Shaman“ deutlich. Herrlich amüsant sind Müllers Geschichten, vor allem auch über die Entstehung ihrer Lieder. Der Song „Stoaadler“ rettete einst ihr „Band-Dasein“, verrät der Sänger. Er überlegte sich damals, eine neue berufliche Laufbahn als Hundetrainer einzuschlagen, falls es mit der Musikerkarriere nicht klappen würde. Zum Glück machte er sich auch Gedanken über die Musik – und so erzählt er von einer schrägen „Bavaria Blue Vision“.
Während er über einen „Käse-Song“ nachdachte, flog ein Steinadler über ihn hinweg. Er verlor eine Feder und prompt war die Idee für das Lied „Stoaadler“ geboren. Müller sorgt mit seinen lustigen Geschichten für Lacher und findet stets ein amüsantes Intro. Dabei schafft es Django 3000 irgendwie immer wieder, andere Länder und Kulturen perfekt mit bayerischer Mundart zu vermischen. So klingt selbst der orientalische „AliBabo“, der seine Wurzeln in Ägypten haben könnte, ganz typisch „Made in Bavaria“. Sie selbst waren zwar noch nie in Ägypten auf Tournee, aber bei der Musik sind der Kreativität keinerlei Grenzen gesetzt.
Django 3000 reißt die Menge buchstäblich aus den Stühlen. Mit ihren Liedern und Texten trifft die Band den Nerv ihres Publikums. So auch bei „Wuid und laut“. Partystimmung kommt auf bei „Bonaparty“. Das Publikum ist außer Rand und Band. Natürlich darf auch „Heidi“ nicht fehlen. Der Ohrwurm sorgte 2012 für ihren musikalischen Durchbruch und wurde auch als Titelmelodie für die TV-Serie „Die Garmisch-Cops“ ausgewählt.
Famoses Ende nach
zweieinhalb Stunden
Natürlich hatten sie auch etwas Neues im Gepäck. So feierte ihr „Abendgebet“ seine Premiere. Das letzte Lied des Abends ist „I wui hoam“. Heim will das Mühldorfer Publikum noch lange nicht und so fordern sie eine Zugabe nach der anderen. Die gibt es prompt. Nach zweieinhalb Stunden allerfeinster bayerischer Mundart-Musik und einer grandiosen Stimmung ist die „Musik im Wohnzimmer“ leider zu Ende, doch Django 3000 verspricht seinen begeisterten Fans wiederzukommen.