Mühldorf – Das Winterfest der Volksmusik bringt sie wieder zusammen: die Freunde der Volksmusik und die „Macher“ auf der Bühne, die dem Publikum einfach einen stimmungsvollen Abend bieten wollen. Verbunden werden sie alle durch die ebenso charmante wie sachkundige und vor allem auch humorvolle Traudi Siferlinger.
Bis auf den
letzten Platz gefüllt
Im Haberkasten gastierten Traudi Siferlinger und die Künstler, die sie für diesen Abend eingeladen hatte. Bis auf den letzten Platz war der Saal gefüllt. Ein bisschen Wirtshausstimmung kam an den Bistrotischen auf beim vorwiegend älteren Publikum, das aber große Begeisterungsfähigkeit zeigte. So stellte das Kulturamt der Stadt unter Beweis, dass man hier durchaus offene Ohren hat für die Wünsche der nicht mehr ganz jungen Generation, die gerne auch einmal Blasmusik hört oder eine gute Stubenmusi-Gruppe. Und wenn dann noch viel Humor auf der Bühne Platz hat, ist diese Mischung fast schon die Garantie für einen gelungenen Abend.
Alle Akteure auf der Bühne gehören zu den „Top-Acts“ der Szene, nicht nur dank ihrer Fernsehauftritte, sondern auch durch ihre Mitwirkung bei vielen Festen, beispielsweise auf der „Oidn Wiesn“ im Rahmen des Oktoberfestes. So etwa die „Tangrindler Musikanten“ aus der Oberpfalz: Dass sie spielend ein ganzes Volksfestzelt in Stimmung bringen können, wurde schon bei ihrem Einzug in den Saal deutlich. Die Musiker sind teils schon seit Jahrzehnten mit dabei, alle sind sie Könner ihres Fachs. Sie alle zeigten Spielfreude und eröffneten den Abend mit Schwung und einem Takt, der gleich mitklatschen ließ. In der Volksmusikszene gelten die Tangrindler übrigens als „Könige des Zwiefachen“, auch auf entsprechenden Tanzveranstaltungen sind sie gerne gesehen und gehört.
Ganz anders, aber ebenso hörenswert, war die Wengerboch Musi aus dem Salzburger Pongau: In „klassischer“ Besetzung mit Bass, Gitarre, Ziach und Zither spielten die vier jungen Leute stimmungsvoll auf, wobei anzumerken ist, dass sie die meisten ihrer Stücke selbst komponieren. „Es ist immer schön, wenn junge Leute die Begeisterung für die Volksmusik mit so einer Leidenschaft weitertrage“, kommentierte Traudi Siferlinger. Der Applaus zeigte, dass diese Meinung vom Publikum geteilt wurde.
Einen lustigen Kontrapunkt setzte dann die „Werdenfelser Woifahrtsmusi“. Unter diesem Namen sorgt das Duo Traudi Vordermaier und Daniel Neuner landauf, landab in Hallen und Zelten für Lachsalven. Da sitzt jeder Witz ebenso wie jeder Ton, die beiden spielten sich die Bälle so gekonnt zu, dass es eine Lust war, zuzuhören. Dabei sind sie auch noch hervorragend bei Stimme, beim Singen ebenso wie beim Jodeln. Die musikalische Reise um die Welt mit dem Klassiker „Hans bleib da, du woast ja ned wias Weda wird“ war zum Brüllen komisch, und als der Danile dann tatsächlich im vollen Saal über die Köpfe des Publikums hinweg auch noch die Goaßl schnalzen ließ, da kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr.
Ein Virtuose der ganz anderen Art ist Helmut Wolferstetter aus dem Landkreis Traunstein: Mit seiner Fähigkeit, Vogelgezwitscher zu imitieren, hat er es in dieser Disziplin bereits zum Europameister gebracht. In vielen Fernsehsendungen war er zu Gast und auch „live“ ist er immer wieder ein Erlebnis. Dass er 40 Vogelstimmen imitieren kann, und zwar mit einer Perfektion, die man erst einmal gar nicht glauben kann, das stellte er im Haberkasten eindrucksvoll unter Beweis: von der Amsel zum Kleiber, vom Spatz zur Nachtigall – er kennt und kann sie alle, das Publikum war ebenso verblüfft wie begeistert.
Kein Gesang, keine Vogelstimmen und keine Musik hatte ein anderer Gast im Gepäck, den Traudi Siferlinger auf die Bühne holte – und doch war er im Saal wohlbekannt: Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl machte im Interview mit der Moderatorin deutlich, warum Mühldorf eine der schönsten Städte der Welt ist. Er lud sie ein, gerne immer wieder in den Haberkasten zu kommen und sich auch in der Stadt genauer umzusehen, „das wird dir gefallen“, versprach er.
Spende für
bedürftige Frauen
Eine schöne Idee war die Aktion von Anneliese Bley aus Tüßling. Sie hatte wunderschön gebastelten Weihnachtsschmuck in der Pause auf der Bühne präsentiert, die Besucher durften sich gegen eine Spende das eine oder andere Stück mitnehmen. Das Geld kommt bedürftigen älteren Frauen zugute, die mit ihrer kleinen Rente nur schlecht über die Runden kommen.