Vom Zauber der Sterne

von Redaktion

„Duo Pariser Flair“ entführt die begeisterten Zuhörer auf eine musikalische Reise um die Welt

Waldkraiburg – Nur zwei der drei angekündigten Feen vom Ensemble zauberten auf der Bühne im Kleinen Saal im Haus der Kultur: Sopranistin Andrea Chudak und Pianistin Jenny Schäuffelen mussten ohne ihre dritte gute Fee auskommen, Marie Giroux lag krank im Bett. Dennoch gelang es den beiden Künstlerinnen vom „Duo Pariser Flair“ bestens, das Publikum auf Weihnachten einzustimmen. Internationale Weihnachtslieder standen auf dem Programm, dazu Geschichten über die Weihnachtsbräuche im jeweiligen Land, verpackt als Sterne.

Von Sternen aller
Art und Krippen

Mit „We wish you a merry christmas“ ging es los, dann folgte das berühmteste Weihnachtslied in Italien „Tu scendi dalle stelle“, zu Deutsch „Du steigst von den Sternen herunter“. Im liebsten Urlaubsland der Deutschen gibt es an Weihnachten zwar in jedem Haus eine Krippe, weniger Wert wird aber auf Weihnachtsschmuck und Beleuchtung gelegt. Beleuchtet sind dort aber vor allem Straßen und Plätze.

In Deutschland, so erzählen die beiden Damen, ist der Weihnachtsstern sehr populär. Wie es dazu kam, erzählt Jenny Schäuffelen: „Ein kleiner Junge will an Weihnachten zur Krippe gehen, hat aber kein Geschenk für das Jesuskind. Er kniet daher nieder, um zu beten. Als er wieder aufsteht, liegt auf dem Platz, an dem der Junge niederkniete, eine wunderschöne rote Pflanze – der Weihnachtsstern. ‚Das ist mein Geschenk‘, denkt sich der Junge“.

Für viele Lieder heftet Andrea Chudak ein Symbol an einen Weihnachtsbaum, jetzt zum Beispiel einen roten Weihnachtsstern oder später einen wichtigen Stern bei uns, den Zimtstern. Aus Tschechien stammt ein äußerst beliebter Weihnachtsfilm, das Titellied steht als nächstes auf dem Programm: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Andrea Chudak singt es auf Deutsch.

In Frankreich ist eine Biskuitrolle, die wie ein Baumstamm aussieht, sehr wichtig, unsere westlichen Nachbarn nennen diese „Buche de Noel“. Das ganze geht auf einen alten Brauch zurück, am Jahresende verbrannten die Bauern einen Holzstamm und verstreuten dessen Asche auf die Felder. Dies sollte für eine gute Ernte sorgen. Dazu passt „Noel – Minuit chretien. Jesus Christ le redempteur“, zu Deutsch „Weihnachten – Christliche Mitternacht. Jesus Christus der Erlöser“.

Um Weihnachten die Nachwirkungen von Plätzchen und Braten abzufedern, bieten die beiden Damen auch weihnachtliche Fitnessübungen wie beispielsweise partnerschaftliche Kniebeugen. Die Resonanz bleibt überschaubar. Jenny Schäuffelen weiß auch: „Zwischen Weihnachten und Neujahr, das ist wissenschaftlich erwiesen, nimmt man 370 Gramm zu. Die Kilos kommen zwischen Neujahr und Weihnachten“.

Auch Georg Friedrich Händel hat ein „Ave Maria“ geschrieben, von Andrea Chudak wundervoll vorgetragen. Der Komponist hatte Sinn für Musik und Geschäfte. Schon zu Lebzeiten war Händel berühmt und bekannt für seine Leibesfülle und seine Perücke.

Weniger gut fand Andrea Chudak, dass der temperamentvolle Musiker einmal sogar eine Sopranistin aus dem Fenster geworfen haben soll.

Vor der Pause dürfen die Gäste die drei Strophen von „Oh Tannenbaum“ mitsingen. „Wie grün sind deine Blätter“ in Strophe eins kennen noch alle, während die weiteren Zeilen „Du kannst mir sehr gefallen“ und „Dein Kleid will mich was lehren“ eher für Experten sind.

„Sterne weisen auch den Weg“, so eröffnet Andrea Chudak nach der Pause. „Der Nordstern ist der einzige Stern, der sich nicht bewegt und er zeigt den Weg nach Norden“. Hierzu passt „Come let us adore him“ und „Gloria in excelsis deo“.

Auch das berühmte Weihnachtsgedicht von Joseph von Eichendorff darf nicht fehlen: „Markt und Straßen stehn verlassen, still erleuchtet jedes Haus, sinnend geh ich durch die Gassen, alles sieht so festlich aus“.

Paul Abraham hat „Der schönste Gedanke“ komponiert, wo es heißt: Der schönste Gedanke auf Erden für mich, das ist nur der Gedanke an Dich“, also eigentlich mehr Liebes- als Weihnachtslied. Auch der Weihnachtsmann ist dabei, und zwar mit „Santa Claus is coming to town“, ein typisches amerikanisches Weihnachtslied. Aus den USA stammt auch das weltweit am meisten gesungene „White Christmas“ von Bing Crosby. Andrea Chudak bedauert: „Weiße Weihnachten werden immer seltener. Tatsache ist aber, dass es Mitte der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts eine Reihe sehr kalter Winter gab. Und dann gibt es noch das Phänomen der ‚rosy retrospection“, ein Phänomen, das man sich positiver an die Vergangenheit erinnert als sie tatsächlich erlebt wurde. Hierzu passend: „Let it snow“ und „Jingle bells“.

Ein gelungenes Potpourri

Es folgen noch zwei Zugaben: „Feliz navidad“ hat Jose Feliciano weltberühmt gemacht, bei „O du fröhliche“ dürfen wieder alle mitsingen. Dann endet ein besinnlicher Abend mit einem gelungenen Potpourri internationaler Weihnachtslieder, nach dem man sich gerne auf ein Wiedersehen mit dem „Pariser Flair“ freut. Vielleicht mit Marie Giroux.

Artikel 4 von 4