Chöre singen und swingen

von Redaktion

Musiktalent André Gold gastiert mit „Campus“ und „Feinklang“ im Kulturbahnhof

Neumarkt-St. Veit – Freilich reichte der Platz nicht, obwohl Bürgermeister Erwin Baumgartner bis zuletzt noch Stühle aus dem Lager hereinkarrte. Der Andrang war einfach zu groß. Manche fanden keinen Platz, einige standen an der Rückwand, und unbekannt ist die Zahl der enttäuschten Parkplatzsucher. Zwischen Sänger und erste Besucherreihe passte wohl kein Löschblatt mehr.

Deutlich unterschieden

Musikdirektor André Gold hatte mit den Chören „Feinklang“ Neuötting und „Campus“ der TH Rosenheim ein singendes, swingendes, klingendes Weihnachtskonzert zusammengestellt, das sich von den sonstigen Konzerten in der „staden“ Zeit deutlich unterschied. Während im bayerischen Liedgut viel von der Niedlichkeit des Christkindes, von den Erschwernissen Mariens und der verhaltenen Freude einfacher Hirten berichten, sang dieser Gesamtchor von der Freude, dass der Heiland geboren wurde, dass der Herr der Herrlichkeit und der Erlöser der Menschheit erschienen ist. Dazu sprühten die 30 Frauenstimmen und rund zehn Männerstimmen eine frohe Atmosphäre in den Saal. Unterstützt wurden sie dabei von einem Schlagzeug und einem Flügel. Von hier kamen auch die Vor- und Zwischenspiele, die wesentlich zur freudvollen Stimmung beitrugen.

Schon mit dem Eröffnungslied „Carol of the bells“ zeigte der Chor, dass großer Schwung in ihm steckt. In dem folgenden Potpourri aus Filmmelodien wurden die Besucher vom Rhythmus und Klang gefangen. Die Melodien im Chor gingen von einer Seite zur anderen, von der Mitte zu den Rändern und auch „rundum“. Dazu geizten die Singenden nicht mit Körperhaltung und Gesten und Gags. Ein Genuss für Ohr und Auge! Die dunkle Kleidung mit dem deutlich roten Blickfang unterstrich die Feierlichkeit.

Dabei singen die Aktiven in oft schweren Harmonien, meist kräftig, einfach interessant und spannungsvoll. André Gold führt mit Leichtigkeit den Chor, unterstützt von seinem Zweimannorchester. Es passt einfach alles! Die Lieder sind kurz und machen hungrig auf weitere Kost. Diese wird auch solistisch geboten. Zunächst glänzen Alexandra Dorsch und Valentina Rathmann im Duett bei „I‘m dreaming of a white Christmas“ mit vielen Soloteilen. Später nutzt jede von ihnen noch die Chance, sich mit einem Solovortrag auszuzeichnen. Und bei dem an Soli reichen Duett „ A fairytale of New York“ bewiesen die Sänger Kilian Regau und Maximilian Matheis, dass auch hervorragende Männerstimmen dem Chor zu eigen sind. Alle Lieder waren besonders vorher bearbeitet worden und somit nicht immer gleich erkennbar. Sie waren halt für Chor und Solisten bereitet.

Besonders das Lied „Stille Nacht“ kam in einer völlig bezaubernden Vortragsweise, bei der die einzelnen Stimmen des Chores Unterschiedliches sangen, aber doch wunderbar harmonisch zusammen pendelten. Kurz vor Schluss glänzten Afroditi Stein-Styllanidou am Flügel und der junge Florian Bender an der Posaune mit einem Andante vom Tscherepnin. Zum Schlusslied „Leise rieselt der Schnee“ mit allen Stimmen und Instrumenten waren die Besucher zum Mitsingen aufgefordert. Ein erfüllter Vorweihnachtsabend.

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