Mühldorf – Wer am vergangenen Wochenende hoffte, im Haberkasten noch an der Abendkasse ein Ticket für das Konzert von „Johnny and the Yooahoos“ zu ergattern, hatte Pech. Das Konzert zum Tourneestart der vier sympathischen Jungs, die den Bluegrass in der Region erst so richtig populär gemacht haben, waren rasend schnell ausverkauft. So startete das neue Jahr für die Brüder Johnny (Mandoline, Gesang) und Bastian Schuhbeck (Banjo, Dobro, Gesang) und ihre Freunde und Bandkollegen Bernie Huber (Gitarre, Harp, Gesang) und Jonas Kollenda (Bass, Gesang) schon wieder erfolgreich.
Band räumt Preis
in den USA ab
Die Band schwimmt ja auf einer Erfolgswelle, hat sie doch im vergangenen Jahr den IBMA Music Award 2024 abgeräumt, mit dem die weltbesten Bluegrass-Musiker ausgezeichnet werden. Somit sind „Johnny and the Yooahoos“ in die erste Liga des Bluegrass aufgestiegen. Ende September flogen die Jungs nach Raleigh (North Carolina) und nahmen bei einer offiziellen Preisverleihung die begehrte Trophäe entgegen.
Wieder zurück in Deutschland geht es seither ungebrochen mit ihrer Musik weiter, und so sorgten sie auch im Haberkasten ordentlich für Stimmung. Der Abend startet mit dem Song „Rocky Island“ von Ralph Stanley. Johnny Schuhbeck erzählt dazu vom ersten Auftritt der „Yooahoos“ 2018 beim Springer-Wirt in Töging. Damals traten sie mit der Band „Steinschlag“ auf, mit der sie noch heute immer wieder mal gerne auf der Bühne stehen.
Ein Hauch „Steinschlag“ gab es auch im Laufe ihres Konzerts, denn da setzte sich dessen Schlagzeuger Sepp Schuhbeck, Vater von Basti und Johnny, ans Schlagzeug und verlieh einigen Songs eine besondere Note.
Bluegrass vereint verschiedene Elemente aus Country-Musik, Square Dance Fiddling, Blues, Gospel, Jazz und Popmusik. Passt ein Song nicht in eines dieser Genres, wird er von „Johnny and the Yooahoos“ einfach „Ver-Bluegrasst“. So wie der Beatlers-Song „Get Back“, der bei den Yooahoos nach Country-Style klingt. Das begeisterte Publikum sang textsicher mit.
Die meisten Songs der Band stammen aus der Feder von Bastian Schuhbeck. Er ist Sänger, Songwriter und wie seine Bandkollegen ein echtes Saitenwunder, denn neben Banjo und Dobro setzte er sich bei ihrem aktuellen Konzert auch an die Pedal-Steel-Gitarre. Der neue Klang in den Yooahoos-Liedern kam beim Publikum gut an.
Die Mischung der Songs von „Johnny and the Yooahoos“ reichte von alten Ralph-Stanley-Klassikern bis hin zu selbstgeschriebenen Stücken. Auch Songs ihres zuletzt erschienen Albums „Yooahoo Gospel` duften natürlich nicht fehlen. Darunter waren flotte Nummern wie „Take me down“, aber auch sanfte Balladen wie „White Shores“. Bluegrass steht vor allem für flotte Musik und so klingen selbst Lieder mit traurigem Inhalt wie „Don’t ask me why“, in dem es um Liebeskummer geht, „Alone“, in dem Alleinsein das Thema ist oder „All the good times are past and gone“, das an die guten alten Zeiten erinnert, doch fröhlich und voller Lebensfreude. Banjo, Mandoline, Gitarre, Kontrabass und Co. machen es möglich.
Andächtige Stimmung
im Publikum
Gänsehaut pur war angesagt, als Bastian Schuhbeck ein A-cappella-Solo sang. Im stimmungsgeladenen Haberkasten herrschte auf einmal Stille.
Nach mehr als zwei Stunden ging das Konzert zu Ende, doch das Publikum fordert laut nach Zugaben. Diese gab es prompt und so bekamen die Jungs noch einmal musikalische Unterstützung von Sepp Schuhbeck am Schlagzeug und Robert Hasleder an der Resonatorgitarre. Dabei widmen die Jungs Sepp Schuhbeck den Song „Funny Funny“ der Band „The Sweet“ – natürlich ganz im Bluegrass-Style.