Wunderbare Tonfolgen von „toninton“

von Redaktion

Stuttgarter Trio eröffnet Saison der Töginger Kammerkonzerte – Ausverkaufter Saal

Töging – Die Organisatorin der Töginger Kammerkonzerte, Elke Grimm, zeigte sich angenehm überrascht über den sehr guten Besuch des ersten Konzerts im neuen Jahr. Alle Stühle waren besetzt im Carl-Orff-Saal, als das Trio „toninton“ aus Stuttgart die Bühne betrat.

Ideenreiches
Ensemble

Die Geschwister Vilja Godiva Speidel (Violine) und Ukko Speidel (Cello) bilden zusammen mit dem Pianisten Helge Aurich seit vielen Jahren einen besonders ideenreichen Klangkörper. Nicht nur großartige klassische Klaviertrios beherrschen sie meisterhaft. Auch die romantische Musik spielt das Trio in einer überzeugenden Ausdrucksfähigkeit, die Unterschiede deutlich macht. In Töging bewiesen die Künstler zudem, dass sie auch in der zeitgenössischen Musik zu Hause sind. Sie wollen in ihren Konzerten alle drei Musikrichtungen anbieten.

Das Trio begeisterte zunächst sein Auditorium mit Mozarts Klaviertrio in B-Dur. Helge Aurich beherrschte dabei die wunderbaren Läufer und Triller in einer Perfektion, die ihm jegliche Ausschmückung und Ausdrucksmöglichkeit erlaubte. Er befand sich dabei im vollkommenen Einklang mit seinen „Begleitern“, wobei Vilja Godiva Speidel auf ihrer Violine oft mit melodiösem Zwischenspiel die Spielfreude und Ausdruckstärke deutlich erkennen ließ. Ukko Speidel war beiden mit seinem Cello stets ein sicheres Fundament. Für diese energiegeladene Darbietung Mozart´scher Melodien dankte das Publikum mit anhaltendem Applaus.

Mit Spannung erwarteten nun die Besucher das angekündigte neue Stück des erst 1983 geborenen Komponisten Sven Baigger. Cellist Ukko Speidel gab vorher eine wichtige „Werkeinführung“ in das „Wellen“ genannte Klaviertrio von 2023, das das Stuttgarter Trio bei der Uraufführung „aus der Taufe“ gehoben hatte. Wasserwellen, die in drei Strömungen aufeinander, miteinander und gegeneinander fließen kamen dann in drei kürzeren Stücken zum Vortrag. Zwischen „fünffachen piano und vierfachen forte“ konnte man vom plätschernden Gebirgsbach bis hin zu drohenden und reißenden Flutwellen alles spüren und erleben. Die Ausdrucksfähigkeit des Trios scheint unendlich.

Nach der Pause kam dann mit Franz Schuberts „Klaviertrio Es-Dur“ wieder gewohnte Kammermusik in den Orff-Saal. Auch hier genossen die Besucher das gekonnte Zusammenspiel der Meister. Auffallend war, dass Cellist Ukko Speidel bei Schuberts Komposition mehr Melodienteile zum Zusammenklang beitrug, wobei sein großes Können auf seinem Instrument hörbar und sichtbar wurde. Nach lange anhaltendem Beifall gewährte das Trio als Zugabe noch den zweiten Satz aus Josef Haydns Zigeunertrio.

In den Gesprächen nach dem Konzert und schon in der Pause wurde das Vorstellen zeitgenössischer Musik in einem Kammerkonzert recht positiv bewertet.

Artikel 4 von 4