Mühldorf – Der Stadtsaal war gut gefüllt mit Kindern ab drei Jahren sowie ihren Eltern und Großeltern, als die Philharmonie Salzburg das Stück „Peer Gynt“ des norwegischen Komponisten Edvard Grieg dort spielte. Die jungen wie auch erwachsenen Darsteller sowie die rund 30 Musiker boten einen überzeugenden Auftritt.
Waren die jungen Zuschauer zu Beginn recht unruhig, legte sich dies mit der Zeit. Die Musiker und Darsteller zogen das Publikum immer mehr in ihren Bann. Niklas Mischkulnig als jungen Peer spielte ein Solo auf der Geige und begeisterte damit besonders. Er und die weiteren fünf Kinderdarsteller taten dem Stück sehr gut: Es waren Peers Spielgenossen und Trolle.
Auf dem orientalischen Markt stellten sie Tiere dar, die der erwachsene Peer verkaufte. Schließlich tanzten sie mit den kleinen Zuschauern vor der Bühne den Trolltanz. Dieses, wie auch das allgemein hohe Maß an Einbeziehung des Publikums, kam sehr gut an. Gleich vor Beginn des Stücks sang Dirigentin Elisabeth Fuchs mit den Zuschauern. Und ziemlich am Anfang spielte das Orchester das geprobte Stück. Immer wieder agierten die Darsteller im Publikum, gingen mitten hindurch, stiegen über Stühle. Sie sprachen zudem stets mit den Gästen und griffen ihre Einwürfe auf.
Humorvoll wurde Peer ausgeraubt, sein angeblich bester Freund präsentierte dem Publikum jedes einzelne Stück des schlafenden Peer. Dieser berichtete später, dass sogar sein Ohrenschmalz und jeder einzelne Nasenpopel geklaut worden sei. Die Musiker und Schauspieler hielten dabei die Unruhe der Kinder aus. Und es gelang ihnen, das Publikum rasch in eine andere Welt zu ziehen.
Die Kinderdarsteller sowie Frederic Böhle, Darsteller des erwachsenen Peer Gynt, dominierten das Stück, sodass das eigentlich sehr präsent auf der Bühne spielende Orchester in den Hintergrund rückte. Dennoch stimmte das Arrangement. Nach kurzweiligen 60 Minuten war das Stück auch schon zu Ende.
Für die Jüngsten im Publikum reichte das, für die etwas älteren Kinder hätte es ruhig etwas länger dauern dürfen. Das nächste Familienkonzert in Mühldorf findet am Sonntag, 6. April, statt: „Die Entführung aus dem Serail“. Mühldorf darf sich seiner Nähe zu Salzburg und damit dieser Veranstaltungsreihe glücklich schätzen.