Triosence besticht durch perfekt abgestimmten Sound

von Redaktion

Jazz-Combo begeistert das Publikum im Haberkasten mit teils neuen Arrangements

Mühldorf – Die Jazzband Triosence war erneut im Haberkasten zu Gast. Besetzt ist das Trio zwar erst seit gut acht Jahren mit dem Perkussionisten Tobias Schulte und dem aus Kuba stammenden Omar Rodriguez Calvo am Kontrabass, da aber praktisch alle Kompositionen aus der Feder des in Kassel geborenen Pianisten Bernhard Schüler stammen, der die Band 1999 mitgründete, feierte Triosence auch in Mühldorf zu Recht noch sein 25-jähriges Bühnenjubiläum. Zumal die Gruppe in dieser Formation wirklich außerordentlich gut klingt: die drei Instrumentalisten harmonieren bestens und entwickeln eine erfrischende Dynamik.

Dies ist wohl auch dem Umstand geschuldet, dass die Lieder im Gegensatz zum klassischen Jazz, der oft von Soli der einzelnen Instrumentalisten geprägt ist, eine erkennbare Struktur aufweisen. Das bedeutet nicht, dass bei Triosence die drei Spieler nicht auch Möglichkeiten bekommen, um eigenständig zu improvisieren, doch dies nimmt nicht überhand und fügt sich immer gut ins musikalische Gesamtgefüge.

Trotzdem ist die Leistung der einzelnen Musiker außerordentlich. Denn die Percussions von Tobias Schulte sind äußerst präzise und exakt – und das, obwohl er sich vieler verschiedener Instrumente bedient. Obschon live gespielt, klingt das, als ob man eine perfekt abgemischte Studioaufnahme mit etlichen Tonspuren alleine für die Rhythmus-Instrumente hört. Ebenso kann der in Hamburg lebende Omar Calvo am Kontrabass überzeugen, weil er nicht nur zu jedem Zeitpunkt für die Klavierakkorde von Bernhard Schüler immer die richtigen Tonartläufe parat hat, sondern auch, weil er so hingebungsvoll zupfen kann, dass das Publikum direkt mitschwingt.

Beim Konzert im Haberkasten bekamen die rund 150 Zuhörer neben Stücken aus dem aktuellen Album „Giulia“ auch viele ältere Songs und sogar einige neue Titel auf die Ohren: „Wir entwickeln neue Lieder ja auch zusammen mit dem Publikum“, erklärte Schlagzeuger Tobias Schulte in der Bühnenpause, „denn man merkt ja, was den Leuten besonders gefällt“.

Wie zu erfahren war, haben die drei bereits einige neue Lieder für ein neues Album eingespielt, das im Herbst dieses Jahres erscheinen soll. Besonders stolz zeigte sich die Band im Gespräch auch darauf, dass sich die Zahl der Zuhörer seit ihrem ersten Gastspiel im Haberkasten im Jahr 2009, kontinuierlich vergrößert hat.

Das nächste Mal sind die drei Jazzmusiker als Triosence am 6. November in der erweiterten Region, nämlich in Ingolstadt, bei den Jazztagen, zu hören. Peter Becker

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