Eggenfelden – Kurz nach der eben erst äußerst erfolgreich zu Ende gegangenen Musicalproduktion steht mit der Premiere am Sonntag, 16. März, schon der große Schauspielklassiker auf dem Programm. Passend zu Beginn der Fastenzeit beschäftigt man sich mit existenziellen Fragen und widmet sich philosophisch-religiösen Themen.
„Das Leben ein Traum“, uraufgeführt 1635, ist Calderóns berühmtestes Werk und ein Klassiker des europäischen Theaters. Das Versdrama ist gleichermaßen ein Lehrstück wie ein Weltanschauungsdrama und ein philosophisch-theologisches Bühnengleichnis. Der bedeutendste spanische Dramatiker der Barockzeit wirft darin Fragen auf, nach den Strukturen von Macht und Identität in einer Welt der Täuschungen, die zwischen Fiktion und Realität manchmal nur noch schwer unterschieden werden können. Was ist real, was ein Traum? Gibt es einen freien Willen oder ist alles vom Schicksal vorherbestimmt? Astronomische Weissagung, freier Wille, Ehre und Vergeltung; die Frage wo der Mensch steht in einer von Gott, oder einer anderen höheren Macht gewollten Ordnung – dies sind „alte“, aber zeitlose Themen und mit der Frage, was macht Macht mit einem Menschen? vielleicht sogar aktueller denn je.
Verantwortung
für „Sein und Tun“
Am Ende steht die Erkenntnis, dass der Mensch sich über sein Schicksal erheben kann, zu sich selbst findet und die alleinige Verantwortung für sein „Sein und Tun“ übernimmt.
Das Stück, sowohl in der Sprache als auch in Bildern reich an Symbolen des Barock, ist auch eine Art Märchen für Erwachsene und erzählt die Geschichte des Prinzen Segismundo, der gleich nach seiner Geburt in einen Turm im Wald gesperrt wurde und fern des Königshauses aufwächst, weil seine Eltern aus der Sterne Prophezeiung lasen, dass er sich zum Tyrannen entwickeln würde.
Neben einer spannenden Inszenierung – die den Bogen spannt von Ehrbegriffen und Weltanschauungen vergangener Jahrhunderte bis hin zu allgegenwärtigen Machtmechanismen samt dazugehöriger Verhaltensmuster – in einer erneut stilvollen Ausstattung von Florian Angerer, der das Heute und Gestern in zeitlos gültigen Kostümen verbindet, kommt in dieser Schauspiel-Inszenierung auch der Musik eine wichtige Bedeutung zu. Im Theater Calderóns spielt die Musik eine große Rolle. Zum einen unterstreicht die Musik (mit sakralen Elementen) das Bekenntnis zum Glauben, zum anderen sind oft gesungene Texte inhaltlich zentrale Elemente, um die herum sich die übrige Handlung entfaltet. Gesang und Musik verkörpern die Stimme des Schicksals, des Gewissens, einer höheren, nicht irdischen Macht, die zu einer Handlung rät oder von ihr abrät. Insofern übernimmt die Musik die ausschließlich von der bereits bestens bekannten Band „The Sonic Brewery“ stammt, in der Inszenierung von Elke Maria Schwab-Lohr wie in der Griechischen Tragödie die Rolle des Boten oder Chores.
Harmonie
des Universums
Musik dient dazu, die Harmonie des Universums oder der moralischen richtigen Handlungen auszudrücken. Sie findet auch in der allegorischen Verwendung, Versinnbildlichung Gebrauch. Musik wird zudem genutzt, um die Veränderung des Gemütszustandes der Protagonisten, ihr inneres Seelenleben und ihre Emotionen zu zeigen oder zu unterstützen, spiegeln.