Ein musikalisches Stilbouquet

von Redaktion

Österreichisches Brass-Trio samt Perkussionist zu Gast im Haberkasten

Mühldorf – Die oststeirischen „Small Metal Hornets“ verzauberten bei ihrem Konzert gut 80 Zuhörer im Haberkasten. Zum Quartett gehört neben Mitgründer Christoph Wundrak (seit 1990) nicht nur der Saxofon- und Klarinettist Gernot Strebl, der schon seit 2014 zur Formation gehört und seinerseits bereits mit der Lungau Big Band in Mühldorf zu Gast war, sondern seit 2022 auch der Saxofonist und Klarinettist Olexandr Rydenko sowie der Schlagzeuger und Perkussionist Klaus Fürstner, die beide in und um Corona zur Combo stießen. 2024 veröffentlichte das Ensemble mit dem „Hornotter-Rag“ eine CD, beim Konzert im Haberkasten gab es aber auch eine Reihe weiterer Lieder zu hören.

Viele eigene
Stücke im Programm

Meist spielen die „Small Metal Hornets“ nur Eigenkompositionen von Christoph Wundrak. Für den Haberkasten hatten die Hornets aber beispielsweise auch ein Arrangement der Fernsehserie „The Munsters“ im Gepäck, dessen Titelmelodie dank des rockigem Tenorsaxofons von Olexandr Rydenko eine außergewöhnliche Dynamik innewohnte. Generell war der Abend von sehr abwechslungsreichen Tonimpressionen geprägt, hatte jeder der drei Bläser schließlich mehrere Instrumente dabei: egal ob Sopransaxofon oder Bassklarinette, Euphonium oder Kornett, die Musiker begeistern damit zu Samba-, Walzer- oder Ragtime-Rhythmen, egal ob sie südamerikanisch, orientalisch oder wie vom Balkan kommend klingen. Das begeisterte Publikum durfte dann auch mehrfach seine Fachkenntnis einbringen, beispielsweise als bei einem Medley aus bekannten Songs – natürlich schmissig für das Brass-Ensemble angepasst – demjenigen eine Gratis-CD der Small Metal Hornets winkte, der alle vier Interpreten hätte korrekt benennen konnte.

Auch wenn bei dieser Aufgabe nach Queen und den Beatles Schluss war, traf Christoph Wundrak, der durch den Abend moderierte, immer wieder auf erstaunliche Expertise unter den Zuhörern. Schließlich weiß nicht jeder, dass Rory Gallagher bis heute der einzig namhafte Blues-Export von der Grünen Insel ist. Jedenfalls hat Christoph Wundrak ihm ein Lied gewidmet, genau, wie dem Amerikaner Johnny Winter, der offenbar auch entfernt zu den Inspirationen des Bandscheiben-Rock gehört. Ein Lied, von dem jeder, der mit sowas schon mal Probleme hatte, versichern kann, dass es sich genauso anfühlt, wie es sich anhört.

Einmal rund
um die Welt

Auch dem großen Jimmi Hendrix ist mit dem Lied „Wind Cries“ eine Hommage gewidmet, die wie eine erfrischende Böe durch den Haberkasten fegte. Die Small Metal Hornets schafften durch ihre abwechslungsreichen Arrangements also nicht nur, mit dem Publikum in gut 80 Minuten um die Welt zu reisen, sondern auch ganz andere Zusammenhänge fühlbar zu machen. Im Übrigen mit Pause gut zwei Stunden und nicht nur eineinhalb.

Artikel 7 von 8