Burghausen – Voraufführungen haben in der Regel Werkstattcharakter, und die Zuschauer sind ein Testpublikum, das die Risiken und Nebenwirkungen in Kauf nimmt. Was also sollte jemanden bewegen, sich der konzertanten Voraufführung einer Jahrmarktsoper auszusetzen? Bei „Liliom“, der zurzeit im Alten Kino des „Theaters für die Jugend“ entsteht, handelt es sich um ein Ereignis, bei dem alle Theaterkonventionen für einen Abend ineinander verschwimmen. Die Bühne und der Zuschauerraum sind aufgehoben, ebenso die Trennung von Musik, Schauspiel und Tanz. Die Zuschauerin sitzt neben dem Stehgeiger, der Schauspieler auf der Tribüne inmitten des Publikums. Zusammengehalten wird das Ganze von einer mitreißenden, tragikomischen wie verstörenden Dreiecksgeschichte zwischen der Schaubudenbesitzerin Frau Muskat, dem Aufreißer Liliom und der stummen Juli. Über allem schwebt im Siebenachteltakt die Gipsypolka, die betrunken in einen Swing fällt, aus dem Hip-Hop im Balkan Beat wird ein Schrammelwalzer. Die Voraufführung von „Liliom“ von Mario Eick nach Motiven aus Ferenc Molnars gleichnamigem Schauspiel findet am Freitag, 28. März, im „Alten Kino“ Burghausen statt. Weitere Aufführungen folgen im April und Mai. Es spielen Susan Hecker, Mario Eick, Holdine Wolter, Stefan Mercurio, Jascha Özatar, Simon Bassmann und Alex Gregory. Regie führen Susan Hecker und Mario Eick. Die Bühnenmusik ist von OYA. Karten im Vorverkauf sind erhältlich bei Burghauser Touristik, Telefon 08677/887140, und Bürgerhaus Burghausen, Telefon 08677/97400. Reservierung und Informationen unter www.theater-fuer-die-jugend.de, Telefon 08678/237013.