Mit Träumen Raum und Zeit durcheilen

von Redaktion

Themenausstellung 2025 des Kunstvereins Inn-Salzach in Waldkraiburg

Waldkraiburg – Eine Kalligrafie in der neuen Ausstellung des Kunstvereins Inn-Salzach in der Studiogalerie des Hauses der Kultur hätte es nicht treffender ausdrücken können: „Tritt ein in eine Welt jenseits der Wirklichkeit“. Denn wahre „Taumwelten“ hatten die 27 Künstlerinnen und Künstler in 43 Beiträgen in den ersten drei Monaten des Jahres geschaffen – ein Potpourri, das an Vielfalt kaum überboten werden kann. Als ob sie alle die Faszination dieser Schau aus verschiedensten Materialien und zahllosen Ideen geahnt hätten, konnte Kulturreferentin Lydia Partsch neben zahlreichen Gästen und Künstlern auch Bürgermeister Robert Pötzsch und seine Stellvertreterin Karin Bressel sowie einige Stadträte begrüßen.

Viel Platz
für Fantasie

„Träume sind für keinen von uns steuerbar. Das kommt in dieser Ausstellung recht gut zum Ausdruck. Es bleibt also viel Raum für Fantasie – und genau das ist die Absicht der Künstler in ihren Werken“, so die Referentin. Gabriele Röpke, die rührige und einfallsreiche Vorsitzende des Kunstvereins Inn-Salzach, griff den Gedanken auf, als sie meinte: „Dieses Thema hat Künstler seit Jahrhunderten inspiriert, um Unbewusstes, Surreales, Mystisches in eine andere Realität zu übertragen.“ Dies versuchte sie an Werken „ihrer Künstler“ aufzuzeigen, wie zum Beispiel beim einzigen Aquarell, wo Bäume zu um sich greifenden Riesen werden. Oder in der Bleistiftzeichnung, in der eine gepanzerte Heldin ihre Schlachten schlägt und auch in „Saida‘s Traum ins Leben“, in Acryl und Öl mit Goldpigmenten. Ganz anders die Verbindung von Fotografie mit dem Thema, die unerwartete Perspektiven ermöglicht, wie in einer Darstellung des „Chateau de Maison Lafitte“, wobei Spiegelungen und eine Nachbearbeitung genutzt werden. Ein wahres Erlebnis im Raum sind die dreidimensionalen Skulpturen, allein aus Karton und Pappe hergestellt, die auf eindrucksvolle Weise den Traum vom Fliegen auch mit dem beigefügten Spruch darstellen: „Ach, hätte ich Flügel, dann flög ich an einen besseren Ort“. Das wiederum verwirklicht die Collage „Das ist sicher nur ein Albtraum“ nur zu deutlich: Im Mittelpunkt stehen spielende Kinder mit ihrem Snoopy, umgeben von Unholden wie Trump und Putin und von grausamer Umweltzerstörung. Faszinierend auch ein elegantes, tanzendes Paar in Schwarz-Weiß, von dem ein kleiner trauriger Mann daneben nur träumen kann. Da hilft nur eines: per Ballon mit seinen Träumen aufsteigen in einen Sternenhimmel, um so dem Alltag zu entfliehen. Das wiederum ist aber auch in einer Waldlandschaft bei Sonnenaufgang gleich daneben möglich. „Eine wahre Entdeckungsreise wurde von unseren Künstlern geschaffen“, führte Gabriele Röpke abschließend aus. „Kinder stehen Träumen ganz unvoreingenommen gegenüber. Für uns Erwachsene jedoch sind Traumwelten oft eine Flucht vor der Realität.“

Ein Ort für
Hoffnungen entsteht

Kunst sei ein kraftvolles Mittel gerade in der heutigen Zeit, die geprägt ist von Unsicherheit und gesellschaftlichen Spannungen: „Die Werke der Künstler zeigen, dass sie Möglichkeiten bieten, Ängste, aber auch Wünsche zu erforschen. Aus all diesen alternativen Sichtweisen entsteht ein Raum für Hoffnungen, die größer sind als der derzeitige Alltag.“ Dem kann man nur hinzufügen: Die Ausstellung sollte man besuchen und sich einfach seinen Träumen hingeben.

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