Zangberg – Alljährlich organisiert Eva Barbarino von den „Musikfreunden Mühldorf“ mit den Instrumentallehrern und Schülern der Landkreise Altötting und Mühldorf im Ahnensaal des Zangberger Klosters ein Jugendkonzert. Das gibt den jungen Musikern Gelegenheit, ihr Können vor Publikum zu beweisen.
Die jüngsten Teilnehmer waren erst neun Jahre alt, wie etwa Anna Stinglwagner aus Altötting, die klassische Stücke von Clementi, Chopin und Badings mit fast perfektem Können und viel Gefühl am Flügel zeigte. Besondere Begeisterung sah man den Geschwistern Jakob (9) und Katharina (11) Schuhmacher aus Mühldorf an, die jeweils das Zusammenspiel mit Kontrabass oder Cello (Katharina) mit ihrer Lehrerin am Flügel sichtlich genossen.
Die Konzerteröffnung hatte das Harfenduo Antonia Kapsegger und Cäcilia Köhler. Die Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ füllten mit ihren wohlklingenden Instrumenten verzaubernd den Saal. Einen weiteren Höhepunkt vor der Pause hörte man erneut von Antonia Anna Stinglwagner. Sie bewies mit ihrer Interpretation zweier moderner Stücke, über wie viel Talent und Musikgefühl sie verfügt. Ausdrucksstark und technisch überragend spielte die zwölfjährige Anika Kutschera Stücke von Bertini und Burgmüller. Der ebenfalls zwölfjährige Simon Heilmeier ließ mit Stücken von Galuppi, Malando und Mozart drei bekannte Ohrwürmer am Flügel erklingen. Vor der Pause glänzte noch Mabel Forner, die auf der Flöte drei Sätze aus Pergolesis Flötenkonzert zur Klavierbegleitung von Afrodite Stein-Stylianidou in den Saal zauberte.
Dieselbe Mabel Forner (17) überzeugte nach der Pause noch einmal am Flügel mit dem Rondo aus dem 3. Satz von Beethovens Pathétique. Lara Muerth, Sophie Herbst und Maria Pfandl bildeten ein Harfentrio, das bewies, wie vielfältig die wohlklingenden Instrumente einsetzbar sind. Hohe Schwierigkeitsgrade beherrschte die 14-jährige Lara Gutschera am Flügel bei ihrem Vortrag von Egghards „Nocturne mignon“ und Burgmüllers „L’Orange“.
Bei der „Ballade for a Klezmer“ von Beethoven zeigte Lukas Kraus (16) auf seiner Klarinette, welche Ausdrucksmöglichkeiten in diesem hölzernen Blasinstrument stecken. Mit der Begleitung von Janusz Myschur am Akkordeon entführte er den Saal in ganz andere Welten.
Den Abschluss dieses Jugendkonzertes bildete das preisgekrönte Duo Eva Lasetzky (14), Violine, und Simon Weinzierl (16) am Flügel. Mit Beriots „Scene de ballet“ waren sie der anerkannte Höhepunkt eines an Höhepunkten reichen Jugendkonzertes. Die beiden wirkten traumhaft eingespielt, technisch perfekt und fähig, ihre Empfindungen musikalisch auszudrücken. Der Beifall am Ende war vielfach und anhaltend. Es zeigte auch, auf welch hohem Niveau die Lehrer hier ausbilden. Karlheinz Jaensch