Waldkraiburg – Die Liebhaber von Disneyfilmen kamen im Großen Saal in Waldkraiburg auf ihre Kosten. Im nahezu ausverkauften Saal entführten sechs Sängerinnen und Sänger im Musical „Hakuna Matata“ große wie kleine Zuschauer in die beliebten Filme. Vielfältige und bunte Kostüme begeisterten das Publikum. Die jungen Zuschauer im Kindergarten- und Grundschulalter wurden von ihren Eltern und Großeltern begleitet.
Auf einer Leinwand erschienen Filmausschnitte. Kahle Bäume ergänzten das schlichte Bühnenbild. Bunte Beleuchtung und immer wieder Feuerwerksfontänen machten die Veranstaltung dann doch zu einer richtigen Show. Bereits mit den ersten Bildern und Klängen – und noch bevor die Künstler erschienen – wussten die Zuschauer, aus welchem Märchen nun erzählt wird. Ob Herkules, „Die Schöne und das Biest“, Arielle oder Vaiana – das Publikum sang textsicher die Klassiker wie auch die neuen Filme mit. Überflüssig erscheinen da die Texte auf der Leinwand. Tabaluga, „Jim Knopf“, „Bibi und Tina“ sowie Biene Maja ergänzten das Spektakel. Nonstop trommelten die lebhaften Songs auf das Publikum ein und ließen keine Langeweile aufkommen.
Kurzweilig zeigte sich der Nachmittag. Eine Fee leitete immer einmal zu neuen Stücken über. Das Publikum erriet rasch, worüber sie sprach und welche Geschichte nun folgen würde. Die übertrieben glückliche Art des Fabelwesens reduzierte die Gala jedoch auf ein Kinderstück. Ohne die Fee wäre die Veranstaltung gleichsam für alle Altersgruppen geeignet.
Als Höhepunkt vor der Pause zeigen die Darsteller Stücke aus dem Musical „König der Löwen“. Doch die Größe, wie es in Hamburg daherkommt, erreicht es Weitem nicht: Die Darsteller trugen schwarze Kleidung, waren lediglich mit einer Maske auf dem Kopf ausgestattet. Dennoch begeisterte die Darstellung dieser Geschichte.
Wirklich kläglich präsentiert sich hingegen die Schneekönigin. Ausdrucksstark sang die Sängerin in der Rolle als Elsa, kam aber gegen die fade Lautsprechermusik mit der stets gleichbleibenden Lautstärke nicht an. Die Songs wirkten wie ein farbloses Gedudel.
Trotz der nicht immer guten Akustik hätte besonders dieses Stück mit seiner wirklich bühnenpräsenten Sängerin noch viel mehr Potenzial. Das Kleid war silberglitzern, Mädchenaugen strahlten. Die Produktionsfirma Why Not liefert mit der Kindermusical-Gala einen Vorgeschmack ihrer kompletten Musicals. Es bleibt der zwiespältige Eindruck einer Show, die ihr Publikum zu begeistern wusste und und dennoch hinter ihren Möglichkeiten zurückblieb. jessica von ahn