Max von Milland rockt Haberkasten

von Redaktion

Mundart-Sänger aus Südtirol begeistert sein Publikum im ausverkauften Mühldorfer Saal

Mühldorf – Max von Milland hat bei seinem Auftritt mit Emily Ferri und Simon Gamper den Haberkasten gerockt. Das Publikum klatschte nicht nur beherzt mit und tanzte, sondern sang mitunter auch mit. Der sympathische Südtiroler brauchte dabei nicht lange, um die Stimmung anzuheizen.

Der Mundartsänger und Liedermacher aus Brixen ist seit etwa 15 Jahren auf der Bühne präsent. Er tourte mit Claudia Koreck, mit den „Sportfreunden Stiller“ und den „Söhnen Mannheims“, war bei Oliver Pocher und „Inas Nacht“ im Fernsehen zu Gast und hat auch schon mit Hannes Ringelstetter und LaBrassBanda musiziert.

Mit seiner kraftvollen Bühnenpräsenz zog er im Haberkasten die Zuhörer schnell in seinen Bann. Dabei halfen ihm sein Humor, seine Authentizität und nicht zuletzt seine tolle Stimme, mit der er seine hintersinnigen Texte präsentierte. Zusammen mit seinen Bühnenpartnern, der Sängerin und Klavierspielerin Emily Ferri sowie dem vielseitigen Instrumentalisten Simon Gamper, brachte er dadurch den Haberkasten bei mehreren Songs regelrecht zum Beben. Denn auch wenn viele im Publikum seine Lieder zum ersten Mal hörten, regten die eingängigen Melodien mit Hymnencharakter zum Mitmachen an.

Die Eigenkompositionen klingen dabei mal ein bisschen nach Oasis, sie hatten mal etwas von Rosenstolz oder Revolverheld und erinnerten auch schon mal entfernt an Jethro Tull oder ZZ Top. Wie der aktuelle Song „Hoi“, zu dem es zwar noch keine CD gibt, den man aber dafür kostenlos im Internet anhören kann. Seine Texte, in denen Max von Milland philosophiert, Gesellschaftskritik übt oder sogar politisch wird, berühren die Seele. Mal geht es über Zwischenmenschliches, mal über Turbo-Kapitalismus oder über Zuwanderung.

Generell spielt „Heimat“ in vielen seiner Titel eine Rolle. Dankbar ließ er sein Publikum mitfühlen und daran teilhaben, wie wohl er sich nördlich der Alpen mit seiner Mundart fühlen darf. Begeistert war der Künstler davon, dass er bei seinem zweiten Gastspiel in Mühldorf die leeren Plätze im Haberkasten lange suchen musste.

Obwohl das Publikum sehr schnell auf der Welle war, wusste das Trio genau, wie es die Stimmung noch steigern konnte. So kamen Max und Emily dem Publikum bei einem Rap über den touristischen Ausverkauf der Alpen ganz nah. „Wir mussten heute schon ein bisschen arbeiten“, gestand Max von Milland nach dem Konzert. Schließlich war die Combo erst am Abend zuvor in München im Club Ampere zu Gast, wo das Publikum von Beginn an steht.

Wie begeistert seine Zuhörer im Haberkasten waren, zeigte sich nach dem Konzert am Verkaufsstand. Nicht wenige nutzten die Möglichkeit, neben dem Kauf eines T-Shirts oder einer CD auch ein Erinnerungsfoto mit dem 39-Jährigen zu schießen und ein paar freundliche Worte zu wechseln.

Max von Milland hatte schon während des Konzerts im Haberkasten einmal kurz laut geträumt: „Wir freuen uns schon darauf, im Sommer wiederzukommen und den vollen Innenhof im Haberkasten zum Kochen zu bringen!“ Die Mitarbeiter des Kulturbüros, die im Haberkasten waren, schienen dieser spontanen Idee jedenfalls nicht abgeneigt. Peter Becker

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