Vom Leben an der schönen Isar

von Redaktion

Brustmann, Schäfer, Horn begeistern Mühldorfer Publikum mit „Isara Rapidus“

Mühldorf – Wenn „Brustmann, Schäfer, Horn“ auf der Bühne stehen ist ein Konzertabend mit viel Spaß und Unterhaltung garantiert. Mit traditionellen Volksliedern, aber auch neuen, selbst geschriebenen Stücken trafen die drei Musiker mit ihrem Programm „Isara Rapidus“ den Nerv ihres Publikums im ausverkauften Haberkasten.

Unterschiedliche musikalische Herkunft

Neben grandioser Musik boten sie auch herrlichen Humor und tolle Anekdoten. Texter und Gitarrist Sebastian Horn, Zitherspieler, Wort- und Musikkabarettist Josef Brustmann und Bassist Benni Schäfer kommen in Sachen Musik aus völlig unterschiedlichen Richtungen. Horn und Schäfer kennt man von ihrer Band „Dreiviertelblut“. Fans von Rock-, Pop-, und Grungemusik ist Horn auch als Mitglied der Band „Bananafishbones“ ein Begriff. Schäfer begeistert sich vor allem für Jazz.

Eine völlig andere musikalische Herkunft hat Brustmann. Er kommt von der Klassik und der Volksmusik. Bekannt wurde er unter anderem auch durch die Musikgruppe „Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn“.

Trotz ihrer so unterschiedlichen musikalischen Herkunft verbindet das Trio die Leidenschaft zu Volksmusik und Tradition, die Begeisterung für Dialekte, die Liebe zur Isar, erfrischender Humor und eine Freundschaft. Ihr Konzert war zunächst eine Zeitreise zurück zu ihren Wurzeln. Sie alle sind an der Isar geboren und dort aufgewachsen. „Die Isar steckt für uns voller schöner Erinnerungen“, sagte Brustmann. Deshalb widmeten sie dem Fluss nicht nur den Namen ihres aktuellen Bühnenprogramms, sondern auch ein Lied mit dem Titel „Isara Rapidus“. Dieses gibt es auch auf ihrem neuen Album. Der Song erzählt vom Fluss und vom Leben sowie vom Fluss des Lebens.

Auch über ihr einstiges Kennenlernen und ihren gemeinsamen Weg erfährt das Publikum einiges im Laufe des Abends – all das verpackt mit viel Witz und Charme. So unterschiedlich wie ihre Musikinstrumente sind, so verschieden sind auch ihre Stimmen. Sie vereinen Bass, Bariton und Tenor zu einem sagenhaften Klangwerk.

Bei ihrem Konzert nahmen Brustmann, Schäfer und Horn ihr Publikum mit auf eine Reise durch die Zeit, das Leben und die Natur. Bei Sänger Sebastian Horn wurden Kindheitserinnerungen wach, als er von seinem Opa erzählt, mit dem er früher im Wald immer Schwammerl suchen war. Diese Leidenschaft hat er sich bewahrt, denn selbst als erfolgreicher Musiker zieht es ihn bei seinen Tourneen in den Wald zum Pilze sammeln. Das inspirierte ihn zu einem Song darüber. Brustmann ist ein großer Fan von Faschingsbräuchen und so widmeten sie der fünften Jahreszeit das Lied „Fasching“.

Der Dreigesang versprühte jede Menge gute Laune und bewahrte mit seinen Liedern die gute alte Zeit. Ihre Musik steckt voller Heimatgefühl, Leichtigkeit, weckt Sehnsüchte und den Wunsch nach Freiheit. Brustmann, Schäfer und Horn sangen über sämtliche Facetten des Lebens, erinnerten unter anderem an die österreichische Schriftstellerin Christine Lavant und die Niederbayerin Emerenz Meier, deren Gedichte sie vertonten. Sie erzählten die Geschichte vom Räuber Mathias Kneißl und sangen ein Lied über sein Leben. So auch über den österreichischen Komponisten Franz Schubert, der Zeit seines Lebens ein erfolgloser Musiker war und erst nach seinem Tod berühmt wurde. „Musik ist ein Element, das uns loslassen lässt. Musik ist Balsam für die Seele“, sagte Sänger Horn und erinnerte dabei an all die Musiker, die Musik lieben, aber leider nicht davon leben können – so wie einst Schubert.

Zungenbrecherische Hochgeschwindigkeit

Die drei Musiker sangen über fesche Burschn und hübsche Dirndl, Regen, Jäger, Freiheit, Wildsein und vieles mehr. Davon waren einige Stücke in zungenbrecherischer Hochgeschwindigkeitsform.

Sehr bewegend waren am Ende ihres Konzerts die Worte von Sänger Sebastian Horn. „Wir Menschen sind manifestierter Sternenstaub. Wir sind auf dieser Erde um uns zu lieben und zu erfreuen und nicht, um uns die Schädel gegenseitig einzuschlagen. Ich bin für den Weltfrieden“, sagte er und erntete großen Applaus.

Das Publikum durfte sich noch über zwei Zugaben freuen. Darunter das Evergreen „So schön war die Zeit“ von Freddy Quinn. Eine Hommage an Horns Oma, die in der heimischen Küche einst ihre ganz eigene textliche Version daraus machte. Das Publikum verabschiedete die Musiker mit viel Beifall.

Artikel 5 von 6