Ernstes Thema amüsant aufbereitet

von Redaktion

Präventionskabarett warnt humorvoll vor Telefonbetrügern und falschen Polizisten

Mühldorf – Da traf das Kreisbildungswerk direkt ins Schwarze mit dem Angebot, das Kabarettprogramm „Ned mit mir“ in die Kreisstadt zu holen. Die Resonanz auf die Veranstaltung war riesig und der Haberkasten ausverkauft. Unter dem Motto „Prävention kann Spaß machen“ hatten Kreisbildungswerk, Landkreis und Stadt Mühldorf, das Polizeipräsidium Oberbayern Süd und die Seniorenseelsorge im Dekanat Mühldorf zu einem pfiffigen Nachmittag mit ernstem Hintergrund eingeladen. Ziel der Veranstaltung war es, gerade Senioren über Betrugsgefahren aufzuklären, denen man im Alltag ausgesetzt sein kann.

Auf der Bühne standen der niederbayerische Kabarettist Tom Bauer und die Kriminalhauptmeisterin und Präventionsbeamtin Elisabeth Fritzsch aus Miesbach. Beide verstanden es prächtig, dem Publikum die unterschiedlichsten Maschen von Betrügern näherzubringen und zeitgleich vorzuführen, wie Mann und Frau sich davor schützen können. Für die Kulisse brauchte es nicht viel. Es genügten ein Tisch und ein Telefon, das auch sofort zu läuten begann. Nachgespielt wurden sogenannte Callcenter-Betrügereien, die dem Angerufenen vormachen, ihr Gesprächspartner sei von der Polizei, vom Gericht, von der Staatsanwaltschaft oder auch von einer Bank. Die Anrufer erzählen fantasievolle Geschichten, die nur einen Zweck verfolgen: ihre Opfer abzukassieren. Dass dies immer wieder gelingt, zeigt eine beeindruckende Zahl. Nicht weniger als 2,4 Millionen Euro Schadenssumme sei dabei letztes Jahr alleine im Bereich Oberbayern Süd zu beklagen gewesen. Der Tipp von der Polizei: Bei dubiosen Anrufen gleich das Telefon einhängen. „Und damit wir das nicht vergessen, hängen wir uns jetzt bei unserem Sitznachbarn ein und schunkeln ein bisschen“, schlug Tom Bauer vor, der als Untermalung dazu noch mit seiner Quetschen aufspielte.

Betrüger würden auch gerne mit falschen Gewinnversprechen locken und an der Haustüre läuten. Sogar Wunderheiler versuchen „ihr Glück“, wobei sie nichts anderes vorhaben, als ihre Opfer übers Ohr zu hauen. Fremde Menschen niemals ins Haus oder in die Wohnung lassen, ist hier der Ratschlag der Protagonisten. Selbst im Supermarkt sei man vor Dieben nicht sicher. Wer sein Handy oder seinen Geldbeutel leicht zugänglich in Hosen- oder Manteltaschen aufbewahrt, kann schnell ins Visier von Dieben gelangen, die meist in kleinen Gruppen auftreten und genial darin sind, die Opfer kurz abzulenken, während der andere unbemerkt die Geldbörse entwendet.

Direkt etwas gruselig wurde es zum Schluss der Veranstaltung, als es um den Enkeltrick und um Schockanrufe ging. „Ich spiele ihnen nun kurz eine Original-Tonspur vor“, erklärte Elisabeth Fritzsch. Zu hören war eine falsche Enkelin, die schluchzte und jammerte, weil sie angeblich einen Autounfall hatte. Die angerufene „Oma“ fragte aufgeregt: „Bist du es Manuela?“ Der Name wird der Anruferin also auf dem Silbertablett serviert, sie kann hier ungeniert weitermachen.

Der Rat von Elisabeth Fritzsch: „Bei derartigen Anrufen Ruhe bewahren und den Hörer auflegen. Rufen sie die angeblich verunglückte Enkelin selbst an, gibt es keine Antwort, dann jemanden aus ihrem Umfeld zu Rate ziehen oder gleich die Polizei verständigen“. Der kurzweilige Aufklärungs-Nachmittag endete musikalisch und kam beim Publikum bestens an.

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