Frühabendlicher Kunstgenuss im Kulturbahnhof

von Redaktion

Mühldorfer Symphoniker spielen Musik von Charles Gounod, Georg Friedrich Händel, Edward Elger und Franz Schubert

Neumarkt-St. Veit – Die Auftritte des Mühldorfer Symphonieorchesters unter dem Dirigenten Georg Haider gehören seit vielen Jahren zu den Höhepunkten im Neumarkt-St.Veiter Kulturleben. Und so erfreuen sich seine frühabendlichen Konzerte in der Stadt einer immer größer werdenden Zuhörerschaft. Erfreulich ist zudem, dass die Musiker keinen Eintritt verlangen, sodass auch Rentner und Studenten zweimal jährlich niveauvollen Musikgenuss genießen können. Spenden werden nicht abgelehnt.

Das Konzert begann mit der Petite Symphonie für Bläser von Charles Gounod. Wer nun die für Neumarkter gewohnte Blechmusik erwartet hätte, war überrascht, über den anderen Klang, wenn einmal Holzbläser dominieren. Zwei Fagotte, zwei Oboen, zwei Klarinetten bildeten mit zwei Hörnern und einer dominanten Flöte einen stellenweise sehr warmen Klang. Nach einem stürmischen Beginn folgten zunächst die Sätze Adagio und Andante, ehe das Scherzo Reitergesellschaften vor dem inneren Auge erscheinen ließ. Im abschließenden Finale erhielten noch einmal alle Instrumentalgruppen kurze, aber interessante Soloteile. In dieser Besetzung hörte der Kulturbahnhof wohl noch nie Bläser. Das Publikum dankte dafür mit anhaltendem Applaus.

Georg Friedrich Händel schuf seine Oper Rinaldo vor 320 Jahren, als noch Kastraten für hohe Männerstimmen erlaubt waren. Georg Haider bediente sich für den Vortrag der Arie des Rinaldo einer ganz jungen Sopranstimme. Die erst 18-jährige Sängerin Sarah Greithanner überzeugte an diesem Aprilabend mit ihrer wunderbaren Stimme, als sie mit dem gesamten Symphonieorchester die Arie des siegrechen Kriegsmannes Rinaldo darbot.

Der englische Komponist Edward Elger komponierte vor etwa 170 Jahren eine Streicherserenade in e-Moll. Diese diente Dirigent Haider, zusammen mit Konzertmeister Puiu Gurguta, um mit der hohen Qualität ihrer Streicher zu überzeugen. Diese dreisätzige, oftmals sehr getragene Serenade erzeugte einfühlsame, eher traurig anmutende Stimmungen. Ebenfalls nicht fröhlich, aber doch wohlfühlend, erklangen Tänze aus den „Fünf Deutschen Tänzen“ von Franz Schubert. Bei diesen Melodien kam wieder das gesamte Orchester zum Einsatz. Dieser wohltönende Klangkörper der Mühldorfer Symphonie hat die Herzen der Neumarkter Klassikfreunde schon lange gewonnen.

Nach lang anhaltendem Beifall gewährte Georg Haider als Zugabe das „Laudate Dominum“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Auch hier glänzte Sopranistin Sarah Greithanner vor dem gesamten Orchester, das die Künstlerin in gewohnt sensibler Weise begleitete. karlheinz jaensch

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