„Yesterday“ und die Beatles begeistern das Publikum

von Redaktion

Die „Golden Notes“ spielen in der Sammlung Peter Schmidt – Bilder des Museums in Konzertverlauf einbezogen

Waldkraiburg – Auf den Tag genau hatte Paul McCartney vor 55 Jahren seinen Rücktritt von den Beatles erklärt und dafür 1996 die Liverpool Instruments for Performing Arts gegründet.

Das Publikum im ausverkauften Haus bekam an diesem Abend ein beeindruckendes Konzert des Trios „Golden Notes“ mit Museumsleiter Andreas Seifinger als herausragendem Gitarristen, Harald Scharf als Könner am Kontrabass und dem exzellenten Virtuosen Hugo Siegmeth an Querflöte, Klarinette und Saxofon zu hören.

Dazu hatte Seifinger für alle Arrangements neue Kompositionen für das Trio geschrieben und in idealer Weise die Bildersammlung des Museums in den Konzertverlauf mit einbezogen. So bekamen die Besucher David Woodlocks Gemälde „Hornist mit Apfel“ aus dem 19. Jahrhundert zu sehen, von Seifinger durch den Hinweis informiert: „Der Beatles-Song „Yesterday“ wird der rote Faden, der uns durch das Programm führt“. Und dazu passten besonders gut die Saxofonklänge Siegmeths.

Selbst zum bayerischen Bild „Heimkehr von der Kirchweih“ konnte der folgende Yesterday-Tango überzeugen, bei dem Bassist Harald Scharf im wahrsten Sinn den Ton angab. Mit der „Messe im Dom“ aus der Abteilung „Glaube und Religion“ des Museums und Seifingers Frage ging es weiter: „Was hätte wohl J.S.Bach mit ‚Yesterday‘ angefangen?“ Die Antwort des Trios darauf ein zweiteiliges Stück mit Präludium und Fuge.

Sehr viel einfacher wurde es besonders für die Musiker mit John Cages 1952 entstandenem „stillen Stück“ 4‘33 in drei Sätzen dieser „Silent Music“, vom Trio auf eine Minute und 33 Sekunden gekürzt und von allen, einschließlich Publikum, in absoluter Stille genossen oder für die Betrachtung der Bilder genutzt.

Zum Gemälde „Wie im Spiegel“ dann der grandiose Einfall Seifingers, „Yesterday“, in eine Rumba eingebettet, rückwärts zu spielen, was eine Besucherin kommentierte: „Das wirkte rund, melodisch und entspannend auf mich.“ An J.S. Bachs „Bourrée“ lehnte sich der Beatles-Song „Black Bird“ vom „Schwarzen Mädchen“ an, das in einer Zeit rassistischer Spannungen in den USA entstanden war. Eine virtuelle Bilderführung durch das Museum folgte und dazu die Information, dass McCartneys ursprünglicher Titel für sein „Yesterday“ „Scrambled Eggs“ gelautet hatte, vom Musiker-Trio mit einem Ländler im Dreiviertel-Takt begonnen. Bei den vier Stücken internationaler Musik hörte das Publikum zuerst eine Yesterday-Samba. Ihr folgte die „Let-it-be“-Rumba, der Kontrabass leitete über zum Yesterday-Wiener-Walzer und einen Ausklang setzte die Querflöte mit „Michelle ma belle“.

Einfallsreich ging es weiter als zum Bild eines Liebespaares, von der resoluten Mutter beobachtet, „Yesterday“ als Bossa nova folgte, dem sich „Help from my friends“ anschloss. Mit den zwei Stücken „Reggae Bacardi“, in denen der Beatles-Ohrwurm fast jazzig klang, deutete sich das Ende des Konzerts an.

Doch das Musikertrio hatte die Rechnung ohne das begeisterte Publikum gemacht: Das 60-jährige „Yesterday“ erklang noch einmal stakkatoartig und erst nach Bravorufen und heftigem Beifall geleitete es als langsamer Walzer die Besucher auf den Heimweg. fis

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