Neumarkt-St. Veit – Das Trio Stefan Knoll, Heribert Haider und Denise Weise kann man ohne Übertreibung Künstler nennen. Alle drei sind mit variationsreichen Stimmen, großem instrumentalem Können und vor allem mit erkennbarer Liebe zur Musik einfach für ihre Kleinkunstbühne geschaffen. Das hat sich mittlerweile längst herumgesprochen. So war auch ihre Vorstellung im Neumarkt-St. Veiter Kulturbahnhof gut besucht.
Über zwei Dutzend Lieder, mehr als die Hälfte davon brandneu, brachten sie an diesem Abend zum Vortrag. Alle selbst komponiert und getextet. Alle im allerschönsten Bairisch, obwohl sie sich Immigrants nennen. Es war stellenweise Musikkabarett, denn sie kamen schon etwas ungewöhnlich gekleidet auf die Bühne. Und mit vielen ihrer Texte und Bewegungen bewirkten sie oft schallendes Lachen im Publikum.
Musik und Texte ihrer Lieder waren immer eine Einheit. Und all ihre Mimik und Gestik waren dazu so stimmig, dass der Besucher jedes Mal mitfühlte. Wenn sie ihre ernsten und melancholischen Lieder spielten und sangen, ging das sehr unter die Haut. So erlebte das Publikum ein Wechselbad der Gefühle. Humor und Melancholie wechselten oft bei den Songs, die einfache Titel hatten wie „Ned oiss“, „Riacha“, „G’frei de“, „Voixfest“ oder „D’Sun“. Die Zwischenspiele bei den einzelnen Strophen waren kunstvolle Erweiterungen, der Melodien, Variationen oder Verschnörkelungen. Aber musikalisch wie auch instrumental auf höchstem Niveau. Sie sangen jedes Lied dreistimmig zu allen nur denkbaren Rhythmen. Ihre Harmonien, ob gesungen oder instrumental, waren eigenwillig, aber sehr spannend. Alle drei können ihre Stimme variantenreich einsetzen. Um dann wieder, besonders unter dem Titel „Dans mas“, klopften sie mit ihren Schuhen das Publikum mit ihren Rhythmen fast schwindelig.
Für den Rhythmus war Heribert Haider mit dem Waschbrett hauptsächlich zuständig. Mit fast zehn Zusatzgeräten am Waschbrett klang sein „Schlagwerk“ in allen erdenklichen Tönen. Selbst auf seinem Koffer hatte er diverse Einsätze. Seine Stimme schien manchmal in anderen Sphären zu schweben. Auch auf der Gitarre zeigte er sich ausgesprochen sicher.
Stefan Knoll und Denise Weise spielten abwechselnd, auf Trompete, Klarinette, Saxofon, Gitarre, Ukulele, Akkordeon, Geige und Bass. Eine reiche Vielfalt an Klängen, mit der sie den Inhalt ihrer Lieder verdeutlichten. Nach zwei Stunden Darbietungen und Zugaben gab es verdienten Applaus im Stehen. Karlheinz Jaensch