Himmlische Flötentöne mit verzaubernder Klavierbegleitung

von Redaktion

Flötist Michael Martin Kobler wird in Kloster Zangberg von Eva Barbarino am Flügel begleitet

Zangberg – Abermals ist es dem Förderverein der Mühldorfer Musikfreunde gelungen, ihrer Reihe an Kammerkonzerten im Kloster Zangberg einen Höhepunkt hinzuzufügen. Unter dem Titel „Musik für einen Frühlingsabend“ lockten die Veranstalter in den ehrwürdigen Ahnensaal, der dann auch bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Mit Michael Martin Kobler brillierte der Soloflötist der Münchner Philharmoniker in dem kleinen Zangberg. Der gebürtige Kärntner wird in allen namhaften Konzertsälen Europas, Amerikas, Australiens mit den berühmtesten Orchestern oder als Solist gefeiert. Kobler, Professor am Mozarteum in Salzburg, wurde von der ebenfalls vielfach ausgezeichneten Mühldorfer Konzertpianistin Eva Barbarino überzeugend begleitet.

Schon beim Auftakt des Konzertes mit Mozarts Sonate für Flöte in F-Dur waren die Besucher begeistert von der temperamentvollen Spielweise des Kärntner Musikers. Die ebenfalls temperamentreiche Sonate gab ihm die Gelegenheit, zu zeigen, welch wunderbare Tonfolgen auf diesem „Metallrohr“ geblasen werden. Da wechselten unentwegt Läufer, Triller und blitzschnelle Intervallsprünge und erzeugten mit der gefühlvollen Begleitung am Flügel alle möglichen Stimmungen im Saal. Der Tonumfang seiner Flöte schein riesig, und er bewegte sich darin geschmeidig aber auch in gewaltigen Sprüngen.

Flöte und Flügel führten wechselseitig Dialoge, mal lustig, mal ernst, dann klangen sie wieder harmonisch zusammen. Und alles in einem wohlklingenden ausgewogenen Gleichmaß an Tempo, Rhythmus und Lautstärke.

In den langen Sonaten überzeugten die Instrumentalisten immer wieder auch mit einem Solo. Die Einsätze bei diesen dauernd wechselnden Tempi und Vortragsweisen kamen traumhaft sicher.

Bis zu einer Pause erklangen noch die romantischen und melancholischen Melodien aus Franz Schuberts Sonate Arpeggione. Michael Martin Kobler hatte beide Sonaten auswendig gespielt, wobei zu vielen staccatohaft geblasenen Tönen auch solche von erstaunlicher Länge gehörten. Geradezu filigran kam gerade bei schnellsten Tonfolgen doch jeder Klang einzeln.

Der französische Pianist Francis Poulenc verfasste eine Sonate für Flöte und Klavier. Auch beim Vortrag im zweiten Teil zeigte der Künstler an seinem Instrument eine Virtuosität, die höchste Bewunderung im Saal auslöste. Die ungeheure Leidenschaft der beiden zu dieser Musik kam zuletzt noch einmal bei der D-Sonate für Flöte und Klavier von Sergej Prokofjew zum Ausdruck. Obwohl der Frühlingsabend zur Nacht geworden war, erklatschte sich der Saal eine Zugabe.

Karlheinz Jaensch

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