Mettenheim – Stephan Bauer hat Wort gehalten und kam bereits zum zweiten Mal in den Kulturhof.
Die rund 800 Kilometer lange Bahnfahrt nahm er in Kauf: „Im Zug fühle ich mich wohl“, sagt er, „da kann ich in Ruhe arbeiten und meine Programme vorbereiten.“ Aufgewachsen im schwäbischen Dußlingen, fühlt er sich der bayerischen Mentalität und dem Dialekt eng verbunden, wie er selbst sagt – ein Grund, warum er immer wieder gern in die Region zurückkehre.
Das Mettenheimer Publikum liebt ihn und schätzt seine Authentizität im Umgang mit den Höhen und Tiefen des ehelichen Zusammenlebens. Zwei Stunden lang traf er mit seinen Pointen ins Schwarze und erntete dafür jede Menge Lachattacken und viel Applaus.
In Anbetracht, dass seine Frau knapp 20 Jahre jünger ist und er mitten in einer „passiv-depressiven Midlife-Crisis“ steckt, servierte er Sprüche wie „Ich bin mit 50 nicht mehr der Attraktivste, aber wozu wurde der Lichtschalter erfunden?“ oder „Ich bin ein Fall für die Dekoabteilung bei Ikea, weil Frauen nehmen ja jeden Scheiß mit.“
Zugleich nähert er sich damit dem zentralen Thema des Abends: Was ist eigentlich typisch männlich, was weiblich? Frauen vermissten zunehmend die Männlichkeit, weiß Bauer. Unter Julius Cäsar hieß es: „Veni, vidi, vici. Er kam, sah und siegte“ – heute: „Veni, vidi, violini. Er kam, sah und vergeigte.“
Männer hätten zwar weniger Hirn als Frauen, dafür aber deutlich mehr Freude am Leben. Frauen hingegen seien emotional wie sprachlich überlegen und führten die Ehe wie eine GmbH: „Geh mal, mach mal, bring mal, hol mal!“
Zudem fehle es Frauen an Toleranz: Stundenlanges Rumhängen auf dem Sofa würden sie nicht als Hobby anerkennen, Pupsen nicht als Liebesbeweis, und wenn „Mann“ morgens seine Unterhose richtig herum anzieht, sei das für „Frau“ noch lange kein erreichtes Tagesziel.
Sind Frauen zu männlich und was bedeutet eigentlich das Gleichstellungsgesetz? Dass der Mann seinem grundlos nörgelnden Chef im Büro automatisch mit „Ja, Schatz“ antwortet? Dass ländliche Dorfidylle automatisch Harmonie bedeutet? Auch am Land gebe es Scheidungen, doch nenne man sie hier „Jagdunfälle“.
Muss „Mann“ Terrassenmöbel streichen, wenn er „Lackdose-intolerant“ ist? Warum passt der pubertierende Freund der Tochter nicht auf den Grill?
Wird der nächste James Bond eine Frau, obwohl sie nicht einparken kann? Warum kann man sich in Deutschland sein Geschlecht aussuchen, aber die Heizung nicht?
Stephan Bauer hatte Fragen über Fragen in einer zunehmend verwirrenden Welt, die nur noch mit Gelassenheit und Humor zu ertragen sei.
„Gehen Sie doch wieder mal raus und haben Sie Spaß“, rät der Comedian dem Publikum. Sein Schlussgedanke aber gilt dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau: „Nur wenn wir nicht gleich, aber aufeinander angewiesen sind, entsteht eine Einheit. Das ist Liebe!“ MARTINA LAMPRECHT