Marotten und Geräusche nehmen zu

von Redaktion

Harry G sinniert über das Alter und bekommt im Mühldorfer Stadtsaal großen Applaus

Mühldorf – Wenn Harry G auf der Bühne steht, bleibt kein Auge trocken und kein Preiß verschont. So auch aktuell bei seinem neuen Bühnenprogramm „Hoam Stories“. Unlängst sorgte er für eine restlos ausverkaufte Veranstaltung im Mühldorfer Stadtsaal. Passend zum Titel „Hoam Stories“ fühlt sich der Comedian inzwischen auch in Mühldorf fast schon wie daheim, denn hier stand er locker schon mehr als 15-mal auf der Bühne und sorgte für jede Menge Spaß und Unterhaltung. Inspiriert wird Harry G, der bürgerlich Markus Stoll heißt, vom ganz normalen alltäglichen Wahnsinn. Dabei treiben ihn vor allem die unlogischen Verhaltensweisen vieler Menschen zur Weißglut.

Aufreger
gibt es zuhauf

Das beginnt bei den Autofahrern, die alles blockieren und Staus verursachen. Besonders regen den Berufsgrantler aus München die Fahrer bestimmter Autotypen auf. Einen davon hält er für das perfekte Rentnerauto.

Das Älterwerden merkt aber auch Harry G. Die Marotten nehmen ihm zufolge zu und auch die komischen Geräusche. Dennoch schaut er dem Alter entspannt entgegen und weiß jetzt schon: „Wenn ich alt bin, werde ich mal so ein richtiger Ekel-Rentner.“ Aufreger gibt es im Leben von Harry G zuhauf. Er kann nur den Kopf über die „Saupreißen“ schütteln, die mit ihren weltfremden Ansichten für Unruhe im beschaulichen Bayern sorgen.

Natürlich darf bei Harry G‘s Programm sein guter kettenrauchender Freund Alfons nicht fehlen. Alfons genießt sein Rentnerleben in vollen (Zigaretten-)Zügen. Einst hatte er sich als Synchronsprecher für Erotikfilme eine goldene Nase verdient. Das begeisterte Publikum wirft sich weg vor Lachen, wenn der Comedian die verschiedenen Charakterwelten im Leben des Harry G imitiert. Sei es die selbstverliebte und Botox-unterspritzte High Society, die Nutella-Familie, deren Leben aussieht wie frisch aus der Werbung entsprungen, Helikoptereltern oder Aperol-Spritz-Scarletts.

Die Reichen und Schönen bekommen bei dem Comedian ordentlich ihr Fett weg und das nicht durch eine Liposuktion, sondern durch seinen schwarzen Humor. Botox würde für den 46-jährigen Komiker niemals in- frage kommen, denn er weiß: Lachen ist gesund. „Wer richtig lacht hat Falten, tiefe Furchen und Krähenfüße. Meine Falten sind wie der Söder. Sie kommen und bleiben“, sagt er und erntet dafür wieder Jubel vom Publikum.

Wenn Harry G sich über die Schnösel der feinen Münchener Gesellschaft aufregt und Vergleiche zum einfachen Volk zieht, trifft er genau den Nerv seines Publikums. Schließlich halten echte Bayern zusammen. Ein zuazogener Saupreiß mit seinem „Preißn-Zipfl-Komplett-Outfit“ wird es garantiert niemals schaffen, nur annährend einem echten Bayern das Wasser reichen zu können. Hat man Preißn auch noch als Nachbarn, so wie Harry G, ist das Leben nicht immer einfach. Das Publikum lacht Tränen, wenn sich der Comedian über seinen fiktiven Nachbarn Arno Brüggemann und dessen Familie auslässt. Dabei gibt der Grantler offen zu, dass er auf seinen Nachbarn Arno neidisch ist. Warum? Weil es Arno so gut geht und dieser sich in allen Bereichen im Erfolg sonnt. Umso mehr freut sich Harry G, wenn es Leuten wie Arno auch mal schlecht geht.

Die Menschen werden immer fauler und die Isar-Preißn mit ihrem Fantasy-Outfit immer peinlicher. Das hat auch das Comedy-Urgestein schon festgestellt. Auch die Technik und der Fortschritt sind ein echtes Aufreger-Thema bei ihm. Internet und Computer sind ein wahrer Albtraum für Harry G und Updates ein Graus.

So bleibt ihm jedoch ein Besuch im Apple-Store nicht erspart und schon ist der Ärger vorprogrammiert. Dennoch gelingt es dem Kundenberater, ihn davon zu überzeugen, dass so ein Update gar nicht ganz so schlecht ist. Und falls es mal mit dem Internet Probleme gibt, dann einfach nur Firefox installieren, denn das ist der Hilfsarbeiter des Browsers.

Herrlich lustig wird es, wenn der Comedian über Urlaub spricht. Die schönste Zeit im Jahr, wenn man fernab von Stress und Deppen sein möchte. Deshalb sucht „Mann“ sich am Urlaubsort sofort einen Gleichgesinnten. Natürlich gibt es auch da sehr viel zu lachen, wenn Harry G von der Kontaktaufnahme zu anderen Männern am Hotel-Pool berichtet, den typisch deutschen Urlauber imitiert, der mit Klettverschluss-Sandalen, weißen Tennissocken, Sonnenhut, Bermudas und Bierbauch entspannt durch Verona flaniert und natürlich auch die Diskussionen in seiner Familie sorgen ordentlich für Spaß und Unterhaltung. Mit dem Auto in Urlaub fahren oder lieber in den Süden fliegen? Vielleicht auch mit dem 49-Euro-Ticket der Deutschen Bahn eine Zugreise machen.

Hotlines und Sicherheitsabfragen

Bei Harry G ist es immer lustig, egal ob im Urlaub, daheim vor dem Computer wo er sich über die Hotlines und Sicherheitsabfragen ärgert oder sonstige Aufreger-Themen.

Am Ende gibt er noch eine Zugabe, ob seine Fans das wollen oder nicht und so neigt sich ein herrlich lustiger Comedy-Abend nach mehr als zwei Stunden dem Ende. Mit tosendem Applaus und viel Jubel wird er von seinem begeisterten Publikum verabschiedet.

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