Klaviertrio „Sol“ geht auch ganz neue Wege

von Redaktion

Kammermusikkonzert im Ahnensaal des Klosters Zangberg – Zeitgenössisches Stück sorgt für ungewöhnliches Hörerlebnis

Zangberg – Ein ausgesprochen abwechslungsreiches Konzert bot das Trio „Sol“ im Ahnensaal des Klosters Zangberg. Rebekka Thois (Klavier), Elisabeth Überacker (Violine) und Charlotte Lang (Violoncello), allesamt Musiklehrerinnen an der Musikschule Trostberg, sind dem Zangberger Publikum bereits seit ihrem Debüt im vergangenen Jahr als ausgesprochen wohlklingendes Klaviertrio bekannt. Dieses Jahr begannen sie ihr Konzert mit dem Es-Dur-Klaviertrio Opus 1/1 von Ludwig van Beethoven.

Ausdrucksvoll erklangen die vier Sätze in dem Saal, der für derlei Konzerte geradezu gemacht zu sein scheint. Die drei jungen Damen wirkten vollkommen aufeinander eingestimmt und zeigten dies während ihres Spiels auch in Mimik und Gestik. Zu jedem Werk und Komponisten gab es eine kurze Einführung.

Besonders wichtig war die Erklärung bei dem Stück, das noch vor der Pause erklang. Die Cellistin Charlotte Lang stellte den jungen Wiener Komponisten, Arrangeur und auch Jazzinterpreten Christoph Suttner vor, der ebenfalls im Saal anwesend war. Dieser hatte das angekündigte Werk eigens für dieses Trio komponiert. Er habe, so Charlotte Lang, die Ideen für dieses Stück bei seinen Spaziergängen im vielschichtigen 21. Bezirk in Wien gesammelt und vertont.

Nach der als stimmig und wohlklingend empfundenen Musik Beethovens sorgten die ersten Takte der neuen Musik bei vielen Gästen für eine spürbare Überraschung. Die Töne wirkten zusammenhanglos – bildeten eigentlich keine erkennbaren Melodien. Doch nach einer kurzen Zeit der Gewöhnung konnte man tatsächlich musikalische Bilder eines lebhaften Großstadtviertels nachvollziehen, in denen Hektik, aber auch Gemütlichkeit, geschäftige Unruhe, aber auch blumenreiche Parks, Verkehrslärm und stille Wäldchen die Hauptrollen spielen. Unverkennbar war aber auch die Freude der drei Interpretinnen, mit der sie dieses moderne und so andere Werk vortragen durften. Wie dieser neue Weg dem Publikum gefiel? In den Pausengesprächen kamen verschiedene Eigenschaften und Empfindungen zur Sprache, wobei „interessant“ und „spannend“ doch die Oberhand behielten.

Nach der Pause erklang mit Clara Schumanns Trio in g-Moll Opus 17 wieder die erwartete und auch gewohnte Kammermusik, die dieses Trio in Zangberg bei aller Virtuosität immer mit einer verblüffenden Leichtigkeit vorträgt. Langanhaltender Applaus animierte die Künstlerinnen zu einer kurzen Zugabe.Karlheinz Jaensch

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