„Misa tango“ und Tanz in klangvoller Synthese

von Redaktion

Kammerchorkonzert mit „Cantus aurumque“ im Rahmen des Musiksommers zwischen Inn und Salzach

Mühldorf/Attel – Zur schwungvollen und rhythmusbetonten „Misa a Buenos Aires“ des Komponisten Martín Palmeri lud der Kammerchor „Cantus aurumque“ unter der Leitung von André Philipp Gold in der Konzertreihe Musiksommer zwischen Inn und Salzach in die Pfarrkirche St. Michael in Attel. Die zahlreichen Zuhörer erlebten ein begeisterndes und sehr lebendiges Gesamtkunstwerk in der Synthese mit dem Tanzpaar „Tango Lugo“ mit Michaela Brandl de Lugo und Fabian Lugo, der Mezzosopranistin Veronika Sammer und dem Tango-Orchester mit dem Solisten Christian Gerber am Bandoneon sowie dem Salzburger Streichquintett AroC und Eva Barbarino am Klavier.

Mit der 1996 komponierten „Misa tango“ hat Palmeri dem Tango die Tür zu Kirchenmusik geöffnet und eine wunderbare Einheit im Zusammenfluss der liturgischen Texte mit dem rhythmusbetonten und leidenschaftlichen lateinamerikanischen Tango geschaffen, orchestriert in der klassischen Tangobesetzung mit Bandoneon, Klavier und Streicher.

Sehr ausdrucksstark und dynamisch musizierte das AroC-Quintett aus Salzburg mit Cora Stiehler und Daniela Beer (Violinen), Thorsten Köpke (Viola), Julia Ammerer-Simma (Violoncello) und Christian Junger (Kontrabass), der gemeinsam mit Eva Barbarino am Klavier besondere rhythmische und klangliche Eleganz und Präzision lieferte.

André Philipp Gold zeigte mit seinem Kammerchor „Cantus aurumque“ höchste Qualität und führte mit klarem Dirigat und großer Ausstrahlung. Mit Präsenz und Freude präsentierten die Sänger das ausdrucksstarke Werk, tief verflochten in der Polyphonie der farbigen Harmonik. Der Kammerchor überzeugte mit klarer Textverständlichkeit und lebendiger Artikulation, mit einer großen dynamischen Bandbreite wuchs der Klang aus feinem Piano ins große Forte, ja der Chor schien selber Teil des Tanzes zu sein.

Ab den ersten Takten der „Misa tango“ fesselte die Musik in der Vielfalt der Emotionen und es berührte die Leidenschaft der Tänzer Michaela und Fabian Lugo, die in ihrer Bewegung und Hingabe im Tango der Messe in der Pfarrkirche Attel Ausdruck verliehen.

Die Mezzosopranistin Veronika Sammer sang mit ausdrucksvollem und warmen Timbre. Der Chor überzeugte mit rhythmischen Bitten und Anrufen im Kyrie, der Bitte um Frieden im Agnus Dei, flehentlich und packend, im freudvollen Ausbruch im Gloria und im Credo, mit der überschwänglichen Freude der Auferstehung und der klangvollen Größe im Sanctus. Mit großem Ausdruck und Virtuosität musizierte Christian Gerber am Bandoneon.

Mit begeistertem Applaus bedankte sich das tief bewegte Publikum, das zur Zugabe, der nochmaligen Darbietung des Kyries aus der „Misa tango“ durch Chor, Orchester und Tänzer, von André Philipp Gold eingeladen wurde, im Tanz ihrer Freude Ausdruck zu verleihen, gemeinsam mit dem Tanzpaar „Tango Lugo“. Eine besondere Einheit der Messe mit Musik und Tanz war erlebbar und entließ strahlende Menschen aus der Pfarrkirche St. Michael in Attel.

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